Selige Juliana Collalto, Äbtissin, Benediktinerin, + 1.9.1262 - Gedenktag: 1. September

 

Diese Jungfrau und Äbtissin aus dem Orden des heiligen Benedikt im Kloster der heiligen Blasius und Cataldus zu Venedig, stammt aus der gräflichen Familie der Collalto, die mit den deutschen Kaisern nach Italien kam, sich dort festsetzte und von einem Schloss bei Treviso den Namen Collalto erhielt, im Jahr 1822 aber von Österreich in den Fürstenstand erhoben wurde. Juliana wurde im Jahr 1186 geboren und als Mädchen von 10 Jahren in das Kloster St. Margaret zu Salarola im Gebiet von Padua aufgenommen. Hier lebte auch die selige Beatrix aus dem berühmten Haus Este (Ateste), die aber wegen der Kriegsunruhen im Jahr 1222 dieses Kloster verließ und mit zehn anderen Jungfrauen an einen einsamen Ort sich begab, den die Mönche in Gemola verlassen hatten, und wo der Bruder von Beatrix, Azo III. von Este, ein Kloster samt Kirche gründete. Unter diesen zehn Jungfrauen befand sich auch die selige Juliana, die nun im Kloster Gemola unter der Leitung der seligen Beatrix an ihrer Vervollkommnung für die Ewigkeit arbeitete. Als die selige Beatrix nach vier Jahren starb, verließ Juliana, von dem heiligen Blasius in einem Gesicht dazu ermahnt, das Kloster Gemola, begab sich nach Venedig und gründete dort auf der sogenannten Judeninsel ein Nonnenkloster bei einer dem heiligen Blasius und dem heiligen Cataldus geweihten Kirche. Hier führte die selige Juliana ein sehr frommes Leben, gab ihren Untergebenen, deren sich viele um sie sammelten, in allen Tugenden ein leuchtendes Beispiel und wurde mit großen himmlischen Gnaden beglückt. Sie starb am 1. September 1262. Sie wird als Fürbitterin bei heftigen Kopfschmerzen, die sie selbst am Ende schwer gelitten hatte, angerufen. Da ihr Grab öfters leuchtend gesehen wurde, erhob man nach 35 Jahren ihren Leib, der ganz unverletzt war, und setzte ihn auf einen Altar zur öffentlichen Verehrung aus, die seit unvordenklichen Zeiten bestehen blieb und 1743 von Papst Gregor XVI. bestätigt wurde. Die Kirche, die der seligen Giuliana geweiht ist, befindet sich in Brtnice in der Tschechischen Republik auf dem ehemaligen Fideicommissum-Grundstück des Hauses Klobenstein in Böhmen.