Heilige Soteres von Rom, Jungfrau und Märtyrin, + 10.2.304 – Fest: 10. Februar

 

Der heilige Ambrosius, der ein Anverwandter dieser heiligen Jungfrau war, wünschte seiner Familie Glück, dass sie eine so herrliche Blume hervorgebracht hat. Soteres zählte unter ihren Ahnen eine lange Reihe von Konsuln, Präfekten und Statthaltern der Provinzen. Allein ihr wahrer Ruhm besteht darin, dass sie aus Liebe für Jesus den Adel ihrer Geburt, den Glanz ihrer Schönheit, die Güter des Glücks, mit einem Wort, alle diese Vorzüge verachtet hat, die die Augen der Weltkinder so häufig blenden. Sie brachte Gott das Opfer ihrer Jungfrauschaft, und da sie ihre seltenen Reize großen Gefahren aussetzten, suchte sie diese ganz zu vernachlässigen und untersagte sich den Gebrauch alles durch die Eitelkeit erfundenen Schmuckes. Auf diese Weise bereitete sie sich vor, ein glorreiches Zeugnis für die Gottheit Jesu Christi zu geben. Die Gelegenheit bot sich ihr auch dar, gleich nach der Bekanntmachung der grausamen Gesetze, die Diokletian und Maximian gegen die Christen ergehen ließen. Soteres wurde verhaftet und vor die Obrigkeit geführt, wo sie unmenschlich in das Angesicht geschlagen wurde. Sie pries sich glücklich, gleich ihrem Erlöser, misshandelt zu werden, und ertrug mit bewunderungswürdiger Geduld die Backenstreiche, die man ihr versetzte. Da der Richter sah, dass diese Strafe keine Wirkung hervorbrachte, befahl er neue Martern anzuwenden, die ebenso unwirksam waren. Die Heilige duldete alles ohne den kleinsten Seufzer auszustoßen, oder nur eine Träne fließen zu lassen. Durch diese heldenmütige Standhaftigkeit einer schwachen Frau wurden die Richter beschämt, und verurteilten sie, um den Anblick dieser Heiligen los zu werden, den sie nicht länger aus Wut und Scham ertragen konnten, zur Enthauptung. Der Name dieser Märtyrin ist auch in den alten Martyrologien verzeichnet.