Heiliger Auxibius, 1. Bischof und Bekenner von Cypern, + 19.2.102 – Fest: 19. Februar

       

Der heilige Auxibius wurde in der 2. Hälfte des ersten christlichen Jahrhunderts in Rom aus einer ansehnlichen und reichen Familie geboren und von seinen heidnischen Eltern im Götzendienst erzogen. Er hatte eine äußerst sanfte Gemütsart und machte in den Wissenschaften glänzende Fortschritte, wodurch er sich ganz von seinem einzigen Bruder Themistagora unterschied, der ein aufbrausender, den Lastern der Wollust und Unmäßigkeit ergebener junger Mann war. Auxibius überzeugte sich entweder durch seine Vernunft, oder durch das heilige und tugendvolle Leben der Christen von der Schändlichkeit des Heidentums und erwartete mit Sehnsucht eine Gelegenheit, den Unterricht in der christlichen Religion zu bekommen. Seine hohe Gelehrsamkeit und vortreffliche Bildung vereint mit Tugenden, denen selbst die Heiden ihre Achtung nicht versagen konnten, bahnten ihm den Weg zu den höchsten Staatsämtern. Seine Eltern hatten Anstalten getroffen, ihn mit einer römischen Jungfrau aus einem der ältesten Geschlechter zu vermählen. Aber Auxibius, dessen Streben auf ganz andere Güter, als auf Reichtum und Ansehen vor den Menschen, gerichtet war, weigerte sich ernstlich, eine Heidin zur Gemahlin zu nehmen und um den Drohungen eines aufgebrachten Vaters und den Bitten einer zärtlichen Mutter zu entgehen, verließ er Rom und schiffte sich nach Rhodos ein, von wo er sich auf die Insel Cypern begab und auf einem Landgut sich durch die Handarbeit ernährte.

 

Damals predigten Barnabas und Markus den Juden und Heiden das Evangelium Jesu und bekehrten die Völker zur Erkenntnis des wahren Gottes. Aber die Einwohner von Cypern, die noch ganz in den Götzendienst und Unglauben versenkt waren, empörten sich wider die Heiligen und ermordeten den Barnabas und Markus rettete sich durch die Flucht. Drei Tage lang verbarg er sich vor der Wut der Heiden in einer Höhle und fand schließlich Schutz auf dem Landgut, wo sich der fromme Auxibius befand, der in größter Armut ein heiliges Leben führte, aber noch keine Gelegenheit gefunden hatte, die heilige Taufe zu erhalten. Mit inniger Liebe empfing er den Apostel Jesu und äußerte ihm gegenüber sein sehnliches Verlangen, unter die Zahl der Kinder Gottes aufgenommen zu werden. Markus unterrichtete ihn in den Wahrheiten der christlichen Lehre und nachdem er ihn getauft hatte, fand er ihn so erfüllt mit der Gnade des heiligen Geistes, dass er ihn zum Bischof von Solus weihte. „Mein Sohn“, sprach der Apostel beim Abschied zu seinem Jünger, „erinnere dich stets an die Lehren und Ermahnungen, die ich dir zu deinem und dem Heil deiner Mitmenschen gegeben habe. Wirke unermüdet mit der Gnade des heiligen Geistes, die du durch die Handauflegung empfangen hast, und führe die Herde, die Gott dir anvertraut hat, aus ihrer Verblendung zum Licht des Evangeliums. Wenn du nach Solus kommst, erbittere durch zu großen Eifer nicht die dortigen Einwohner, sondern behandele sie wie Kinder, deren Zutrauen zuerst durch zuvorkommende Liebe und Wohltaten muss gewonnen werden. Niemand darf dich zu Anfang als einen Glaubenslehrer erkennen, denn die Menschen hängen zu sehr am Aberglauben und an Vorurteilen. Suche zuerst ihre Freundschaft und dann wirst du Eingang in ihre Herzen finden. Beobachte bei deinen Belehrungen und Predigten den Gang der Natur und schreite vom Leichteren zum Schwereren. Milch ernährt die Kinder und bereitet ihren Körper zur nahrhafteren Speise vor.“ So sprach Markus und nachdem er seinem Jünger den Kuss des Friedens gegeben hatte, ging er mit Timon und Rhodon nach Alexandria und Auxibius trat die Reise nach Solus an.

 

Vor dem Tor der Stadt Solus stand ein Götzentempel, dem Jupiter geweiht, neben dem ein heidnischer Priester wohnte, der zur bestimmten Zeit dem Götzen opfern musste. Als der den heiligen Auxibius an seinem Haus vorbeigehen sah, rief er ihn zu sich, erquickte ihn mit Speise und Trank und erkundigte sich, woher er komme und welche Geschäfte er in der Stadt zu besorgen habe. Der Heilige antwortete ihm, dass er ein Römer und deswegen hierhergekommen sei, um einige Zeit lang die angenehme Lage dieser Gegend zu genießen. Der Priester bot ihm Wohnung und Tisch als seinem Gastfreund an und wurde bald zum christlichen Glauben bekehrt. Durch seine Empfehlung fand Auxibius bald Zutritt in mehreren Häusern in der Stadt und nach einem Jahr hatte er schon viele Jünger und Schülerinnen, die im Geheimen der christlichen Religion anhingen. Als das der heilige Apostel Paulus hörte, sandte er an den Heraclydes, Erzbischof von Cypern, einen Brief, worin er ihm befahl, den eifrigen und frommen Auxibius in der Stadt Solus feierlich als Bischof einzuführen. Heraclydes fand den Bischof im Haus des bekehrten Götzenpriesters und er begab sich mit ihm in die Stadt, bestimmte einen Ort zu einem christlichen Gotteshaus, stellte ihn der Christengemeinde als ihren Oberhirten vor und befahl ihm, dass er künftig das Evangelium öffentlich verkünden sollte. Unterstützt durch reichliche Gaben von den Neubekehrten, erbaute der heilige Auxibius eine herrliche Kirche und predigte das Wort Gottes mit einem solchen Eifer, dass er bald eine große Menge Heiden zur Erkenntnis des wahren Gottes brachte. Noch größer wurde die Anzahl der Gläubigen, als der Heilige die Wahrheit seiner Lehre mit Wundern bekräftigte. Aus allen Gegenden brachte man zu ihm die Besessenen, Kranken und Bedrängten, die er im Namen von Jesus heilte und die sich alle taufen ließen.

 

Der Ruf von den Wundertaten und der Heiligkeit des Bischofs Auxibius verbreitete sich bis nach Rom und sein Bruder Themistagoras machte sich mit seiner frommen Gemahlin Timo sogleich auf den Weg, um ihn zu besuchen. Schon nach einigen Tagen wurde er durch das heilige Leben und durch die gottseligen Gespräche des Oberhirten so sehr gerührt, dass er die heilige Taufe empfing und mit einem brennenden Eifer die Pflichten des Christentums erfüllte. Mit Einwilligung seiner Gemahlin, die den heiligen Schleier als Diakonissin nahm, wurde er Diakon und weihte sich ganz dem Dienst Gottes. Fünfzig Jahre lang verwaltete der heilige Auxibius segensreich sein heiliges Amt und starb, verehrt von allen Menschen und von Gott mit Wundern verherrlicht, im hohen Greisenalter.