Der heilige Launomar von Corbion, Einsiedler und Stifterabt in Frankreich, OSB, + 19.1.593 – Fest: 19. Januar

 

Dieser Heilige, der in dem Dorf Neuville-la-Mare, drei Stunden von Chartres entfernt, geboren wurde, brachte die ersten Lebensjahre als Hüter bei den Herden seines Vaters zu. Dieses in den Augen der Welt niedere Geschäft heiligte er durch die Übung aller christlichen Zugenden. Unter der Leitung eines heiligen Priesters von Chartres widmete er sich den Wissenschaften, und verband damit ein strenges Fasten und andächtiges Gebet. Der Bischof, der seinen Verdienst kannte, erhob ihn gegen seinen Willen zur Priesterwürde, worauf er Mitglied und Ökonom des Stifters wurde. Allein das Verlangen nach einer höheren Vollkommenheit bewog ihn, sich um das Jahr 558 in einen Wald von Perche zurückzuziehen. Der heilige Einsiedler sah sich bald von einer großen Anzahl Schüler umringt, die er nicht von sich abweisen konnte. Da er aber oft durch Besuche gestört wurde, entschloss er sich, mit ihnen den Wohnort zu ändern, und ließ sich sechs Stunden von Chartres in einer Einöde nieder, wo er um das Jahr 575 das Kloster von Corbion stiftete. (Später hatte es den Namen Moutier-au-Perche erhalten und war nur noch ein Priorat.)

 

Ein seltener Geist des Gebets, vereinigt mit der Wundergabe, machte den Namen des Heiligen überall berühmt. Er starb zu Chartres am 19. Januar 593, im Haus des Bischofs, der ihn einige Zeit vorher zu sich berufen hatte. Die Unfälle, mit denen die Stadt Chartres bedroht wurde, hatte er vorhergesagt, zugleich aber auch den Bischof, namens Pappol, durch die Versicherung getröstet, dass er sie nicht sehen, sondern ihm bald folgen würde. Pappol starb auch wirklich am 19. Januar 594 und hatte zum Nachfolger den heiligen Bretarius, der im Jahr 600 die Erfüllung der Vorhersage des göttlichen Dieners erlebte, als Chartres durch Theodorichs und Theodeberts Soldaten, die Chlotar II. mit Krieg überzogen, geplündert wurde.

 

Der Leib des heiligen Launomar wurde in der Vorstadt von Chartres, in der Kirche zu St. Martin-en-Vallée, neben denen des heiligen Bischofs Lubin, der 556 gestorben ist, beigesetzt. Im Jahr 595 nrachte man ihn nach Corbion. Von da wurde er in die Diözese Avranches und in der Folge nach Mans, und zuletzt, im Jahr 874, nach Blois versetzt, wo Rudolf, der König von Frankreich und Theobald, der Graf von Blois und Chartres, fünfzig Jahre danach die berühmte Abtei St. Laumer stifteten. (In der Folge kam diese Abtei zu der Kongregation von St. Maurus. Die Einkünfte des Abtes wurden mit dem bischöflichen Stuhl von Blois, als ihn Innozenz XII. im Jahr 1697 errichtete, vereinigt. Blois gehörte vorher zum Bistum Chartres.) Die Hugenotten verbrannten 1567 die Reliquien dieses Heiligen, die man zu Blois verehrte. Es wurde jedoch ihrer Wut ein Armbein entrissen, das man in einem Kästchen aufbewahrte. Sein Haupt befindet sich in der Prioratskirche von Maissac in Auvergne, die schon seit 912 den Namen St. Laumer (Launomar) trägt.