Heiliger Flavian, Präfekt und Martyrer von Rom, + 22.12.363 - Fest: 22. Dezember

 

Die heiligen Martyrer Flavian, Präfekt und Martyrer von Rom,

+ 22.12.363,

Dafrosa, Witwe und Martyrin von Rom,

+ 4.1.362,

Bibiana, Jungfrau und Martyrin von Rom,

+ 2.12.363,

und Demetria, Jungfrau und Martyrin von Rom,

+ 21.6.362

 

Zur Zeit Konstantins des Großen lebte in Rom ein Mann ersten Ranges und verehrt von jedermann wegen seiner Weisheit, Gerechtigkeit und christlichen Liebe, Flavian mit Namen. Der Kaiser hatte ihn im Hinblick auf seine Tugenden zum Präfekten der Weltstadt erhoben, was dazumal die vornehmste Ehrenstelle war, und er erfüllte die Pflichten seines hohen Amtes in ihrem ganzen Umfang. Mit dem größten Eifer erstrebte er stets nur das Beste seiner Untergebenen und war zumal die kräftigste Stütze und das voranleuchtende Beispiel der Christen.

 

So lange der rechtgläubige Konstantin das Staatsruder führte, ging alles gut; aber nach dessen Tod kam jener Konstantius auf den Thron, den wir aus der Lebensgeschichte des heiligen Athanasius als einen eingefleischten Arianer und wütenden Feind der Katholiken kennen. Eine seiner ersten Regierungshandlungen war, Flavian seiner Würde zu berauben, weil man ihm zugetragen hatte, dass er frei und öffentlich der Gottheit Christi Zeugnis gebe und die Bewohner Roms in dieser Lehre stärke. Schlimmer noch wurde dem treuen Bekenner von Kaiser Julian dem Abtrünnigen mitgespielt, der den unsinnigen Plan gefasst hatte, das verfaulte Heidentum im Römerreich wieder herzustellen, und deswegen die christliche Kirche mit Feuer und Schwert verfolgte. Ihm galten alle, die es mit dem „Nazarener“ hielten – so nannte er spottweise den Heiland – für Feinde des Staates, die um jeden Preis unschädlich gemacht werden müssten, und in seinem Hass war er um die Mittel nicht verlegen. Wo List und Überredung nicht ausreichten, die Gläubigen zum Abfall zu bringen, wurde zur Drohung und Gewalt geschritten. Bei Flavian fruchteten alle diese Künste der Tyrannei nichts. Festen Mutes sagte er zu Apronian, dem neuen Statthalter Roms, der ihn vor seinen Richterstuhl befohlen hatte: „Ich bin ein Christ und bleibe ein Christ, und in diesem Bekenntnis will ich leben und sterben.“ Da ließ ihm der Statthalter auf öffentlichem Markt die Zeichen des Adels von den Kleidern reißen und mit einem glühenden Eisen das Brandmal der Verbrecher auf die Stirn brennen. Überdies wurde er ins Elend verwiesen, und die Soldaten, die ihn zum Ort der Verbannung geleiten mussten, erhielten den Befehl, ihn auf jede Art, nur nicht bis zum Tod, zu misshandeln. Hart genug waren diese Qualen, indes schmerzlicher noch fiel dem Dulder, dass er Frau und Kinder verlassen musste, in der Voraussicht, dass man mit ihnen wegen ihrer Anhänglichkeit an den Gekreuzigten nicht glimpflicher verfahren werde. Aber er zeigte auch hier, was ein Christ sei und vermöge, unterwarf sich heldenmütig der göttlichen Fügung und befahl die Seinen voll des Vertrauens der Obhut der Vorsehung. Womit er sich in der Verbannung tröstete, war das Gebet. Hierdurch wurde er so gestärkt, dass man ihn unter den schwersten Drangsalen und Verunglimpfungen, unter Hunger und Not nie bedrückt, sondern stets heiteren Sinnes sah. Mitten im Gebet, das Haupt tief zur Erde geneigt, beschloss er auch sein langes und glorreiches Martertum mit einem seligen Tod. Das geschah im Jahr 363. Die Kirche feiert sein Andenken am 22. Dezember.

 

Flavians Gattin und seiner in jeder Hinsicht ebenbürtig war Dafrosa. Wie er vorausgeahnt, wurde nach seiner Verhaftung auch sie der Verfolgung ausgesetzt. Apronian ließ sie in den Kerker werfen, und, weil er sie dem Heiland nicht abspenstig machen konnte, bald darauf enthaupten. Ihr Fest fällt auf den 4. Januar.

 

Die heiligen Eltern hinterließen zwei Töchter, Bibiana und Demetria, die Erben ihres Glaubens und ihrer Standhaftigkeit im Bekenntnis Jesu. Es dauerte nicht lange, so forderte der Statthalter auch sie auf, den Götzen zu opfern, in der Hoffnung, die Töchter gefügiger zu finden, als Vater und Mutter. Aber er irrte sich. Die zarten Jungfrauen setzten seinen Zumutungen den entschlossensten Widerstand entgegen und verharrten unerschütterlich in der Liebe und Treue zum Erlöser, bis sie unter den über sie verhängten Martern den Geist aufgaben. Die Christen beerdigten sie neben ihren Eltern und erbauten nach Julians Tod über der Grabstätte eine Kapelle, die Papst Simplicius später in eine geräumige Kirche umwandelte. Die heilige Bibiana nennt das römische Martyrologium am 2. Dezember und die heilige Demetria am 21. Juni.