Der heilige Theodorich von Orleans, Bischof und Bekenner, OSB, + 27.1.1022 – Fest: 27. Januar

Kathedrale von Orleans

 

Dieser Heilige wurde zu Chateau-Thierri aus einer vornehmen Familie geboren und zu Sens in dem Kloster von St. Pierre-le-Vif erzogen, dessen Abt Reinhard sein Vetter war. König Robert, der seine Verdienste und Tugenden kannte, berief ihn an seinen Hof und schenkte ihm großes Vertrauen. Als der bischöfliche Stuhl von Orleans unbesetzt war, ernannte er ihn zum Hirten dieser Kirche. Mehrere Personen, an deren Spitze Odalrich stand, missbilligten diese Wahl und griffen, um sie zu verhindern, sogar zum Mittel der Verleugnung. Allein der Heilige bewies mit leichter Mühe seine Unschuld, und seine Verteidigung befriedigte selbst Fulbert von Chartres, der sich sehr gegen ihn hatte einnehmen lassen. Theodorich wurde demnach zum Bischof von Orleans geweiht. Seine Feinde widersetzten sich sogar noch, als diese heilige Handlung vorgenommen werden sollte, aber vergebens. Seine Güte entwaffnete sie schließlich, und Odalrich, der Haupturheber dieser Irrungen, warf sich ihm zu Füßen und bat um Verzeihung. Der neue Bischof, der ihm nun beweisen wollte, dass er vollkommen mit ihm ausgesöhnt ist und das Vergangene vergessen hat, gab ihm die erste Stelle nach sich in seiner Kirche. Sollte sich übrigens Theodorich einiger Fehler schuldig gemacht haben, so büßte er sie durch die Krankheiten ab, die ihn während seiner übrigen Lebenszeit nicht verließen. So groß aber auch seine Leiden waren, unterließ er doch nie, mit der größten Genauigkeit alle Pflichten eines guten Hirten zu erfüllen. Oft besuchte er das Kloster von St. Pierre-le-Vif, um sich im Geist heiliger Andacht und innerer Sammlung zu erhalten. Da ihm Gott schließlich sein nahes Ende zu erkennen gab, wollte er noch eine Wallfahrt nach Rom verrichten, um sich auf den Tod vorzubereiten. Allein bei seiner Ankunft zu Tonnerre befiel ihn eine Krankheit, an der er am 27. Januar 1022 starb. Man beerdigte ihn in dieser Stadt. Seine Ruhestätte in der St. Michaelskirche wurde durch die Wunder verherrlicht, die der Himmel auf seine Fürbitte wirkte.