Seliger Baptista von Mantua, General im Orden der Karmeliten, + 20.3.1516 – Gedenktag: 20. März

 

Am 20. März wird das Gedächtnis des seligen Baptista von Mantua begangen. Der selige Baptista, geboren am 17. April 1447 zu Mantua, ist ein Spross der Familie Spagnoli, weshalb er bald Baptista von Mantua, bald Baptista Spagnoli genannt wird. Vom lieben Gott mit trefflichen Anlagen ausgestattet, widmete er sich mit großem Eifer der Erlernung der Wissenschaften, aber nicht minder dem Streben nach Tugend und Frömmigkeit. Gerne weilte er in der Kirche und erbaute jeden durch seine Innerlichkeit und Andacht. Seine Gymnasialstudien machte er zu Mantua und Philosophie studierte er an der Universität zu Pavia. Seine Liebe zu Maria vom Berge Karmel drängte ihn, bereits im Alter von 16 Jahren in deren Orden einzutreten und zwar in jene Kongregation, die nach seiner Vaterstadt benannt ist und damals in schönster Blüte stand. Baptista fühlte sich überglücklich ein Mitglied des Ordens zu sein, aber auch seine Mitbrüder schätzten ihn überaus hoch. Bereits ein Jahr nach seinem Eintritt wurde ihm von Seite seiner Oberen der ehrenvolle Auftrag zuteil, am 25. Mai 1465 die Eröffnungsrede des zu Ferrara tagenden Kapitels zu halten. Nach Vollendung seiner Studien, geziert mit der Würde eines Baccalaureus wurde er an die Universität in Bologna berufen, um daselbst Vorlesungen zu halten. Dabei vernachlässigte der Selige die Seelsorge nicht. Besonders war es das Predigtamt, wodurch er unzählige Seelen für Gott gewann. Baptista besaß auch große Anlagen zur Dichtkunst. Die von ihm veröffentlichten, lateinischen Dichtungen fanden so viel Anklang, dass man ihn als den „christlichen Virgil“ feierte. Seiner vorzüglichen Eigenschaften wegen stand er bei vornehm und gering im höchsten Ansehen. Viele wählten ihn zu ihrem Berater und Herzog Franz zu Mantua übertrug ihm die Erziehung seiner beiden Söhne. Seine Mitbrüder erwählten ihn nicht weniger als sechsmal zum Generalvikar der Kongregation und schließlich zum General des ganzen Ordens. Unter seinem Generalat übertrug der Bischof von Rekanati den Karmeliten die Bewachung des heiligen Hauses von Loreto. Baptista entschied auch einen heftigen Streit über die Ordenskleidung dahin, dass die Mitglieder der Kongregation nicht gefärbte, sondern naturfarbene Wolle zur Anfertigung des Habits verwenden sollten, weil dies der Kleidung der großen Propheten ähnlicher schien. Nachdem er noch drei Jahre das Provinzialat geführt und als Mitarbeiter des lateinischen Konzils gewirkt hatte, zog er sich in den Konvent zu Mantua zurück, um sich auf den Tod vorzubereiten. Seine letzten Tage verbrachte er daselbst zu den Füßen des Gekreuzigten, zu dem er immer wieder aufseufzte: „Mein Gott und mein Alles!“ bis dieser ihn am 20. März 1516 zu sich berief. Sein Tod ist noch im Mund aller und selbst sein Leib steht in hoher Verehrung und Bewunderung, da er noch unverwest und beweglich ist.