Der heilige Basilides von Alexandria, Soldat und Martyrer, + 30.6.207 – Fest: 30. Juni

 

Eine gute Tat ist ihres Lohnes sicher, früher oder später. Als die Martyrin Potamiäna den Richter gebeten hatte, ihre Schamhaftigkeit zu schonen, übergab er sie dem Soldaten Basilides mit dem Auftrag, das Urteil an ihr zu vollziehen. Basilides hatte ein gutes Herz und war von Mitleid und Bewunderung für die heldenmütige Jungfrau erfüllt. Er zeigte sich sehr schonend ihr gegenüber, wehrte den frechen Pöbel ab und schützte sie gegen schamlosen und mutwilligen Spott.

 

Basilides hatte wohl schon vorher eine stille Zuneigung zum Christentum. Der Geschichtsschreiber Eusebius setzt ihn unter die Zahl der Schüler des Origenes, in dessen Schule man ihn einige Male, unter Landleute vermischt, habe gehen sehen. Entscheidend waren jedenfalls die mitleidsvollen, der bedrängten Jungfrau erwiesenen Dienste, durch die Gott ihm die Gnade einer vollkommenen Bekehrung zuteilwerden ließ. Potamiäna versicherte ihm: „Sei guten Mutes! Für deine Liebe und deinen Schutz werde ich dir bei Gott, wenn ich bei ihm sein werde, die Gnade des Heils erbitten.“ Die Wirkungen dieses Versprechens zeigten sich sogleich. Der Soldat wurde vom Licht des Glaubens erleuchtet und die dankbare Jungfrau und Martyrin war es selber, die ihm drei Tage nach ihrem Tod erschien, ihm eine Krone auf das Haupt setzte und ihm eröffnete, sie habe ihm vom Herrn die Gnade des Heils erwirkt, und er werde bald mit ihr in der himmlischen Herrlichkeit vereinigt werden. Dass diese Erscheinung und Offenbarung Potamiänas keine Täuschung, sondern Wirklichkeit war, sollte sich alsbald zeigen.

 

Des Basilides Kriegskameraden forderten von ihm in einer gewissen Angelegenheit einen Eid. Sei es, dass er diesen bei einem der falschen Götter schwören sollte, sei es, dass man ihn für eine ganz nichtige Sache verlangte, er erklärte, es sei ihm nicht erlaubt zu schwören, weil er ein Christ sei. Die Gefährten glaubten anfangs, Basilides scherze. Als sie aber sahen, dass er allen Ernstes auf seiner Erklärung beharrte, führten sie ihn zum Statthalter. Auch hier erneuerte er sein Bekenntnis zu Christus. Als der Richter sah, dass er den Neubekehrten nicht von seinem Glauben abwendig machen könnte, ließ er ihn ins Gefängnis abführen. Die Christen der Stadt, die dies erfuhren, waren sehr überrascht, besuchten ihn und vernahmen aus seinem Mund, dass die Erscheinung der heiligen Potamiäna die Ursache seiner entschiedenen Bekehrung sei. Voll Freude unterrichteten ihn die Brüder noch vollends in den Geheimnissen des Glaubens und gaben ihm dann das Siegel des Herrn in der heiligen Taufe. Am anderen Tag legte Basilides abermals vor dem Richter ein christliches Bekenntnis ab, worauf er zum Tod durch Enthauptung verurteilt wurde. So vollendete der wackere Soldat glorreich sein Martyrium, eine Gnade, die ihm von Gott als Belohnung für seine Tat der Nächstenliebe und der Beschützung der Keuschheit erwiesen hat.

 

Der Name dieses uns so ansprechenden Vorbildes eines guten Polizeisoldaten oder Schutzmannes steht am 30. Juni im römischen Martyrologium. Andere Martyrerbücher vereinigen ihn mit seiner heiligen Fürsprecherin und den übrigen alexandrinischen Martyrern am 28. Juni.

 

Unter den christlichen Helden, die sich damals in Alexandrien auszeichneten und denen Origenes Führer zum Heil war, wird besonders der heilige Plutarch genannt, ein Bruder des heiligen Heraklas (+ 4. Dezember 247), den die Geschichte als Bischof von Alexandrien rühmend hervorhebt. Beide hatten sich zu gleicher Zeit bekehrt. Plutarch bereitete sich durch ein heiliges Leben zum blutigen Bekenntnis des Glaubens vor. Während er im Gefängnis war, besuchte ihn Origenes, um ihn zur Standhaftigkeit zu ermahnen, und begleitete ihn bis an den Ort der Hinrichtung. Dieser Eifer hätte Origenes bald selber das Leben gekostet, weil die noch heidnische Familie Plutarchs ihm den Verlust eines ihrer geliebtesten und bekanntesten Glieder zuschrieb.

 

Als Gefährten Plutarchs verdienen Erwähnung: Serenus, den man zum Feuer verdammte, Heraklid und Heron, die enthauptet wurden, und die Jungfrau Herais, die, erst Katechumene, durch die Feuertaufe gereinigt wurde (+ 28. Juni 202)

 

Eusebius berichtet, dass die Martyrin Potamiäna noch mehreren Personen in Alexandrien erschienen sei und sie zur Annahme des christlichen Glaubens ermuntert habe. Auch andere Schriftsteller bestätigen, dass in jenen für die Kirche so stürmischen Zeiten außerordentliche Bekehrungen durch Gesichte und Träume vom Himmel erfolgt seien. Der gelehrte Origenes sagt hierüber: „Mehrere haben das Christentum auf Antrieb des Geistes Gottes angenommen, der ihre Seele durch plötzliche Eindrücke erschütterte und ihnen Gesichte bei Tag und Nacht zusandte, so dass sie das Wort Gottes nicht von sich stießen, vielmehr bereitwillig ihr Leben danach einrichteten. Ich habe mehr als ein Beispiel der Art gesehen. Ich nehme Gott zum Zeugen, dass es meine Absicht ist, der Religion Christi Liebe zu gewinnen, nicht durch erdichtete Märchen, sondern durch die Wahrheit und durch die Erzählung dessen, was in meiner Gegenwart geschah.“ Auf solche Weise wurde auch der berühmte Redner Arnobius bekehrt, der, vorher ein eifriger Verteidiger der Götterlehre, vom Licht des Glaubens erleuchtet, sieben Bücher „gegen die Heiden“ zur Verteidigung der Wahrheit schrieb. Die göttliche Vorsehung waltete sichtbar im Lauf der Jahrhunderte über der Kirche, um so erwartungsvoller und erfolgreicher durften die bedrängten Gläubigen in der Zeit der Not Herz und Hand zu ihr erheben.

 

Die Heiligen sind nicht gleichgültig gegen die Verehrung und die Dienste, die wir ihnen erweisen. Sie bitten bei Gott für uns und Gottes Allmacht gestattet es ihnen, bisweilen sogar sichtbar in die Schicksale ihrer Verehrer einzugreifen. Darum seien wir treue Verehrer der lieben Heiligen! Sie können uns helfen und wollen uns helfen.