Die seligen Hieronymus de Angelis und Simon Jempo, aus der Gesellschaft Jesu, Martyrer, + 4.12.1623 – Gedenktag: 4. Dezember

 

Hieronymus des Angelis stammte aus Sizilien. Er war 1567 geboren und schloss sich als junger Mann von 23 Jahren der Gesellschaft Jesu an. Nachdem er in Lissabon die Priesterweihe erhalten hatte, schien er von der Vorsehung dazu berufen zu sein, der verfolgten japanischen Kirche zu Hilfe zu eilen. Die langwierige Reise unternahm er mit dem seligen Spinola und blieb dessen steter Begleiter bis zu seiner Ankunft in Japan. Hier war er zuerst tätig in Fuxima, Surunga, Jendo und Meako. Als das Verbannungsdekret für alle Missionare erlassen wurde, verbarg sich Pater Hieronymus in verschiedenen Schlupfwinkeln. Doch bald gelang es ihm, bis zu den nördlichsten Provinzen des Reiches, wohin noch kein Missionar gekommen war, vorzudringen. In der Provinz Sendai taufte er in kurzer Zeit mit eigener Hand zehntausend Heiden. In anderen Provinzen gründete er neue Christengemeinden. Mit einem unermüdlichen Eifer verband der Selige eine Kühnheit, die vor keiner Schwierigkeit zurückbebte, und eine Arbeitskraft, die alle natürliche Fähigkeit überstieg und nur durch eine besondere übernatürliche Hilfe zu erklären ist.

 

Bereits hatte Hieronymus 22 Jahre in der Mission gearbeitet, als er in Yedi von einem Verräter angezeigt wurde. Um die Christen, bei denen er wohnte, keiner Gefahr auszusetzen, stellte er sich freiwillig dem Richter. Der Laienbruder Simon Jempo, sein treuer Gefährte und seeleneifriger Katechet, wollte seinen geliebten Vater nicht verlassen. Wie einst der heilige Martyrer Laurentius dem Papst und Martyrer Sixtus, so bat er kniefällig und unter Tränen den Pater, ihm in den Tod folgen zu dürfen. Dieser umarmte den guten Bruder liebevoll und versprach ihm, er wolle ihn zum Richter mitnehmen.

 

Simon Jempo war in der Provinz Fingo geboren. Die ersten 16 Jahre seines Lebens war er in einem Bonzenkloster erzogen worden. Dann bekehrte er sich und trat bald darauf in ein Seminar der Gesellschaft Jesu, um sich als Katechet auszubilden. 25 Jahre versah Jempo dieses Amt und gewann durch seine Liebe und Sanftmut die Herzen aller Christen und Heiden, mit denen er verkehrte.

 

Wie die beiden Missionare vereinbart hatten, gingen sie zusammen zum Richter. Dieser ließ den seligen Hieronymus frei reden und bewunderte seinen Freimut und seine Fertigkeit. Aber in keiner Weise gelang es ihm zu erfahren, bei wem der Selige gewohnt habe. Beide wurden gefesselt und ins Gefängnis abgeführt. In wenigen Tagen bekehrte Simon vierzig Heiden. Pater Hieronymus taufte nur acht, weil er in seinem Kerker nicht mehr Gelegenheit fand. Nachdem der Sohn des Kaisers über beide das Todesurteil ausgesprochen hatte, wurden sie am folgenden Tag verbrannt. Es war der 4. Dezember 1623. Noch auf dem Scheiterhaufen ermahnte und ermunterte de Angelis die umstehenden Heiden und Christen, bis er von den Flammen erstickt, seinen Geist aufgab. Mit derselben Standhaftigkeit und Freude erduldete Simon den Feuertod. Die Gebeine wurden drei Tage lang bewacht; dann wetteiferten die Christen, einen Teil sich anzueignen. Das Haupt des seligen Hieronymus wurde später zum Kolleg von Makao und von da nach Italien gebracht.

 

Was gab den Martyrern die Kraft, alle Qualen mit Freuden zu erdulden? Sie kannten das Wort des Heilands: „Selig seid ihr, wenn die Menschen euch verfolgen um meinetwillen! Freut euch und jubelt; denn euer Lohn wird groß sein im Himmel!“ (Matthäus 5,12)