Der selige Didakus (Diego) Carvalho, Jesuit, Priester und Martyrer, + 22.2.1624 – Gedenktag: 22. Februar

 

Eine entsetzliche, bis dahin in Japan unbekannte Marter erduldete der selige Didakus Carvalho, Priester der Gesellschaft Jesu. An einem kalten Wintertag musste er, aller Kleider beraubt, in gefrierendem Wasser stehen, während die Henker und andere Heiden ihn verhöhnten und mit Schmähworten überhäuften. Drei Stunden stand er in völliger Ruhe und Ergebung da, ohne eine Klage auszustoßen, ja ohne eine Bewegung zu machen. Darauf ließ der Richter den Halbtoten aus dem Wasser ziehen und zum Statthalter führen. Dieser versuchte ihn durch Drohungen zum Abfall zu bringen. Dann gab er ihm die glänzendsten Versprechungen, wenn er Christus verleugnen wolle. Aber umsonst. Der edle Dulder blieb standhaft und erklärte, eher den qualvollsten Tod zu leiden, als ein Abtrünniger zu werden. Nach Verlauf von vier Tagen wurde der Diener Gottes etwas vor Mittag in das eisige Wasser gesenkt, damit er langsam zu Tode geführt werde. Um seine Pein zu vermehren, befahl man ihm, die Haltung des Körpers zu wechseln. Bald musste er sich legen, bald sich etwas aus dem Wasser erheben, bald wieder aufrecht stehen. Aber der tapfere Streiter Christi bestand heldenmütig den Kampf. Er hob die Augen zum Himmel, pries Gott und ermahnte nochmals die in der Nähe stehenden Christen, im Glauben treu zu bleiben. Erst gegen Mitternacht, nachdem er volle zwölf Stunden lang die furchtbare Qual erduldet hatte, gab er seinen Geist auf. Der Tag dieses glorreichen Todes war der 22. Februar 1624.

 

Der selige Didakus stand damals im 46. Lebensjahr, im 30. Seines Ordenslebens. Er war geboren zu Koimbra in Portugal und auch dort in die Gesellschaft Jesu eingetreten. Im Jahr 1609 segelte er nach Japan hinüber in der Absicht, die Lehre Christi zu verkünden und den Boden Japans mit seinem Schweiß und seinem Blut zu tränken. Als er von da mit den übrigen Missionaren in die Verbannung geschickt wurde, begab er sich nach Kochinchina und wirkte dort mit ebenso viel Eifer als Erfolg. Später kehrte er nach Japan zurück und in drei Provinzen war er der erste, der dort das Licht des Evangeliums leuchten ließ. Sein glühender Eifer für die Ehre Gottes und das Heil der Seelen begnügte sich nicht mit Japan, sondern trieb ihn über die Grenzen des Landes hinaus nach der Insel Jesso, dessen erster Apostel er wurde. Bei diesen apostolischen Arbeiten erduldete er so große Anstrengungen, Leiden und Entbehrungen, dass die Kälte des gefrierenden Teiches nicht sowohl einem arbeitsvollen Leben als vielmehr einem fortwährenden Hinsterben ein Ende bereitete.

 

Dem seligen Diego Carvalho wurde durch Papst Pius IX. im Jahr 1864 die Ehre der Altäre zuteil.

 

 

Wohnt in unserem Glauben nicht eine göttliche Kraft, da er schwachen Menschen hilft, so entsetzliche Leiden ohne ein Wort der Klage zu erdulden? Warum klagst du so sehr bei deinen kleinen Leiden? Fehlt es dir an lebendigem Glauben?