Heiliger Johannes de Britto, Märtyrer aus der Gesellschaft Jesu, + 4.2.1693 – Fest: 4. Februar

 

Johannes war zu Lissabon am 1. März 1647 von vornehmer Familie geboren. Wegen seiner vorzüglichen Eigenschaften kam er als Mitschüler der jungen Prinzen an den Hof. Seine Mutter hatte ihn so gut erzogen, dass in dieser gefährlichen Stellung seine Tugend nicht nur keinen Schaden litt, sondern zu immer größerer Vollkommenheit sich entwickelte. Allgemein hieß er der Heilige und der Märtyrer. Als ihn im zwölften Jahr eine lebensgefährliche Krankheit überfiel, weihte die Mutter ihn dem heiligen Franz Xaver und gelobte diesem, wenn ihr Sohn genese, er ein Jahr lang das Jesuitenkleid tragen solle. Der junge Page erlangte die Gesundheit und erschien am Hof im Ordenskleid. Von da an war sein heißester Wunsch, in die Fußstapfen des heiligen Franz Xaver zu treten.

 

In seinem sechzehnten Lebensjahr verließ Johann von Britto den Glanz des Hofes und trat am 17. Dezember 1662 in das Noviziat der Gesellschaft Jesu. Nach der Priesterweihe wurde er auf seine inständige Bitte als Missionar für Indien bestimmt. Am 25. März 1673 fuhr er von Lissabon ab. Auf dem Schiff erhielt er wegen seiner großmütigen Aufopferung für die Kranken den Namen eines neuen Xaver. Im September lief das Schiff in den Hafen von Goa ein. Schon bald bewarb sich Britto um die schwierige Mission von Madura. Mit unermüdlichem Eifer begann er seine apostolische Tätigkeit. Es ist kaum zu glauben, wie viele und wie große Entbehrungen und Widerwärtigkeiten aller Art er mit Freuden erduldete. Seine Nahrung bestand in einigen Früchten. Wein, Fleisch und Fisch genoss er nie. Die mühevollsten Reisen machte er unter den glühenden Strahlen der indischen Sonne und gewöhnlich mit nackten Füßen. Beständig war er den Feindseligkeiten der Brahminen, den Nachstellungen der Räuber und anderer Lebensgefahren ausgesetzt. Vierzehn Jahre hatte er so für das Heil der Seelen mit außerordentlichem Erfolg gearbeitet, da gelang es den Brahminen, ihn ins Gefängnis zu werfen. In einem Brief vom 30. Juli 1686 schreibt er unter anderem: „Wir wurden mit Fußtritten, Faustschlägen, Stockprügeln und aller schlechten Behandlung überhäuft; endlich in Eisen gelegt und verurteilt, in Stücke gehauen zu werden.“ Aber vor den König geführt, verteidigte der Heilige so überzeugend die christliche Religion, dass er freigelassen wurde. Bald darauf reiste er in Missionsangelegenheiten nach Europa. In Lissabon wollte der König seinen ehemaligen Gespielen und Edelknaben als Erzieher seines Sohnes zurückhalten. Nun galt es! Auf der einen Seite die Gunst des Königs und der Großen des Reiches, Ehren und Würden, ein angenehmes Leben am königlichen Hof; auf der anderen Seite ein schlichter, einfacher Missionar, ein Leben voller Entbehrungen und Entsagungen, verfolgt und geächtet, die Aussicht auf einen schrecklichen Martertod. Was wird Johannes wählen? Sein Apostelherz kennt nur eine Antwort: „Was würde der heilige Ignatius und der heilige Franz Xaver, was würde mein Herr und Meister, der Heiland, sagen, wenn ich den Kelch an die Lippen gesetzt hätte, aber nicht den Mut zeigte, ihn vollends auszutrinken?“ Zum zweiten Mal geht die beschwerliche Reise nach Indien. Die Würde eines Missionsbischofs schlug Johannes bescheiden aus; er will wieder unter seinen Parias, der verachtetsten Volkskaste, sein.

 

In Marava hatte Johannes die Freude, in kurzer Zeit über zehntausend Heiden taufen zu können. Auch ein Prinz, der wunderbar geheilt wurde, wünschte Christ zu werden. Er entließ alle seine Frauen bis auf eine, die er zuerst geheiratet hatte. Aber eine der Entlassenen, eine Verwandte des Königs, stachelte ihn und die Brahminen gegen den Verhassten Missionar auf. Britto erkannte die drohende Gefahr. Aber mit apostolischem Freimut verteidigte er wie Johannes der Täufer das göttliche Gesetz der Ehe. Am Tag, den er vorausgesagt hatte, wurde er verhaftet und in den Kerker geworfen. Das Urteil lautete: Tod durch das Schwert.

 

Nur mehr etwa fünfzehn Monate war Johannes in Indien tätig gewesen. „Mein Haupt,“ hatte er öfter gesagt, „bewahre ich für den König von Marava auf. Um es ihm zu überliefern, bin ich nach Indien zurückgekehrt.“ Am 4. Februar 1693 führte man ihn auf den Richtplatz. Sein Antlitz strahlte von himmlischer Freude. Er kniete nieder und betete wie in Verzückung. Bei diesem Anblick zaudert der Scharfrichter, das Schwert zu schwingen. Da erhebt der Heilige sich, umarmt ihn und ermuntert ihn seine Pflicht zu tun. Dann kniet er wieder nieder und neigt den Kopf zum Todesstreich. Der erste Hieb schlägt eine tiefe Wunde in die Schulter, der zweite trifft den Nacken, erst beim dritten Schwertstreich rollt das Haupt in den Staub. Der Henker hieb noch Hände und Füße ab und hing sie mit dem Kopf an den dazu errichteten Pfahl. Fast lautlos entfernte sich die Menge, die Heiden erstaunt über den Heldenmut des Martyrers, die Christen glücklich, einen Glauben zu bekennen, der mit dem Blut ihres Apostels besiegelt ist. Johannes de Britto wurde am 21. August 1853 von Papst Pius IX. selig- und am 22. Juni 1947 von Papst Pius XII. heiliggesprochen.

 

Auf die Ehre der Welt hat Johannes de Britto verzichtet, dafür ist ihm die Ehre des Himmels zuerkannt worden. Viele Menschen machen es umgekehrt. Wer nun handelt weise?