Die heilige Aldegund / Adelgunde von Maubeuge, OSB, Äbtissin, + 30.1.680 – Fest: 30. Januar

 

Aldegund war Walberts Tochter, der vom Haus der fränkischen Könige abstammte, und wurde zu Anfang des 7. Jahrhunderts im Hennegau geboren. Die vornehmsten Anträge zur ehelichen Verbindung, die man ihr machte, konnten sie nie von ihrem Entschluss abbringen, den sie gefasst hatte, Gott ihre Jungfräulichkeit zu weihen. Sie lebte im väterlichen Haus, auf dem Schloss Courtsore oder Coursolre, als eine wahre Braut Jesu Christi. Ihre Eltern, gerührt durch ihre Reden und Beispiele, rissen ihre Herzen gänzlich von der Liebe zur Welt los und verteilten ihre Güter an die Armen und an die Kirchen. Nach dem Tod ihrer Eltern begab sie sich nach Haumont zum heiligen Amandus, dem ehemaligen Bischof von Mastricht, und zum heiligen Aubert, dem Bischof von Cambray, aus deren Händen sie 661 den Schleier empfing. Sie zog sich dann in das Gehölz von Malobodium zurück, wo sie an der Sambre das Frauenkloster von Maubeuge stiftete, dessen erste Äbtissin sie war. Gott verlieh ihr die Gabe des Gebets in einem besonders hohen Grad und würdigte sie mehrerer Offenbarungen. Da ihr Ruf durch Verleumdung beschmutzt wurde, benützte sie diese Prüfung zu ihrem Heil und bat Gott, ihr noch härtere zuzusenden. Ihr Gebet wurde erhört. Es ergriff sie eine Krebskrankheit, die ihr die heftigsten Schmerzen verursachte, wobei sie aber, wie bei den wundärztlichen Behandlungen, eine heldenmütige Geduld bewies. Schließlich empfing sie am 30. Januar 680 die Belohnung ihrer Tugenden. Ihr Reliquienkasten wurde bei den Stiftsfrauen in Maubeuge, die an Stelle der Nonnen sich dort angesiedelt hatten, ehrfurchtsvoll aufbewahrt. Der Name der heiligen Aldegund steht an diesem Tag im alten Brevier von Autun, im römischen Martyrologium und in denen von Raban, Usuard und Notker. Zu St. Omer ist eine Pfarrkirche unter ihrem Namen, wo sie vom Volk die heilige Orgonne genannt wird.