Der heilige Maris (Marius), die heilige Martha, seine Frau, und seine zwei Söhne, Audifax und Abachum, aus Persien, Martyrer von Rom, + 19.1.270 ? – Fest: 19. Januar

 

Maris war ein angesehener Perser, der, nachdem er mit seiner Frau Martha und seinen zwei Söhnen, Audifax und Abachum, den Glauben an Jesus Christus angenommen hatte, seine Güter verkaufte, nach dem Beispiel der ersten Christen von Jerusalem, und den Erlös an die Armen verteilte. Er kam danach mit seiner Familie nach Rom, um da die Gräber der Apostel zu besuchen. Damals stand das Reich unter Aurelian, der keine von den guten Eigenschaften Claudius II., seines Vorgängers, besaß. Dieser Kaiser fachte das Feuer der Verfolgung wieder an und ließ viele Christen im Amphitheater töten. Die einen wurden durch Pfeile ermordet, die anderen mussten in den Flammen sterben. Die Heiligen, deren Andenken die Kirche heute feiert, sammelten sorgfältig die Asche der Märtyrer und begruben sie mit der so kostbaren den Überbleibseln gebührenden Ehrfurcht. Der Statthalter Macian, der dies erfuhr, ließ sie verhaften und verurteilte sie alle vier, nachdem er ihre Standhaftigkeit durch verschiedene Arten der Peinen zu erschüttern versucht hatte, zum Tod. Maris und seine beiden Söhne wurden enthauptet. Martha aber wurde dreizehn römische Meilen von der Stadt, an dem Ort, der jetzt Santa Ninfa genannt wird, ertränkt. Ihre Leiber wurden einige Meilen entfernt von Rom begraben. Ihre Namen sind in den lateinischen Martyrologien und im Sakramentarium des hl. Gregor sehr berühmt.

 

Die Leiber dieser vier Heiligen wurden unter Papst Pascal I. nach Rom gebracht und in der Kirche des hl. Hadrian beigesetzt, wo sie 1590 entdeckt wurden. Sowohl in dieser Kirche, als in der des heiligen Carolus und des hl. Johannes, des Calybiten, sind von ihren Gebeinen. Auch sieht man davon im ehemaligen Benediktinerkloster zu Seligenstadt, einem vormals churmainzischen Städtchen, das später zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt gehörte. Sie wurden von Eginhard, der dieses Kloster gestiftet hat und später dessen Abt war, dahin gebracht. (Dieser Eginhard soll Geheimschreiber des Kaisers Karl des Großen gewesen sein und seine Tochter Emma zur Ehe gehabt haben. Beide liegen nach den Epitaphien im dortigen Kloster begraben.) Dieser kostbare Schatz war ihm von Rom durch den Papst zugeschickt worden. Von den Reliquien dieser Heiligen sind auch noch vorhanden zu St. Medard, in Soissons, zu Gemblours, in Brabant, zu Prüm, zu Cremona in Italien usw.

 

Durch das Gebet haben die Märtyrer und Bekenner über den Teufel den Sieg errungen. Durch das Gebet haben sie die Gnaden erlangt, durch die sie über ihre eigene Schwachheit erhoben und gegen alle Angriffe ihres Feindes mit überwiegender Kraft ausgerüstet worden sind. Die Väter und alle Lehrer des geistlichen Lebens stimmen alle dahin überein, dass, um recht leben zu können, man wissen muss recht zu beten. Lernen wir hieraus, wie wichtig es für uns ist, mit dieser ganz göttlichen Übung uns vertraut zu machen. Die Heiligen zogen mittelst des Gebets den Tau des Himmels auf sich herab, der in ihnen die Keime aller Tugenden zur herrlichsten Blüte brachte. Sie zerrissen alle Bande, durch die sie an die Erde gefesselt waren, und führten in einem sterblichen Leib ein ganz englisches Leben. Warum bringt es jetzt aber bei den meisten Christen diese schönen Wirkungen nicht mehr hervor? Warum sind sie allzeit so von allen Tugenden entblößt, so unfruchtbar an guten Werken, so niedere Sklaven ihrer Begierlichkeit, so wenig der Erfüllung ihrer Pflichten getreu? Hier ist die Antwort, die der Heilige Geist jedem gibt: Ihr betet und erhaltet nichts, weil ihr schlecht betet.