Der heilige Siegbert (Sigibert), König und Bekenner von Austrasien, + 1.2.656 – Fest: 1. Februar

 

Siegbert war der Sohn Dagoberts I., des Königs von Frankreich. Der Vater hatte eine Zeitlang ein unordentliches Leben geführt, wurde aber über die Gnade, die ihm Gott erzeigt hatte, indem er ihm einen Sohn gab, so gerührt, dass er aus Erkenntlichkeit für diese Gnade, den Entschluss fasste, sich gänzlich zu bessern. Er beschloss daher, seinen Sohn durch den heiligsten Bischof seines Reiches taufen zu lassen, und richtete dabei seine Augen auf den heiligen Amandus, den Bischof von Maastricht, den er vorher, wegen der edlen Freimütigkeit, mit der er ihm seine Ausschweifungen vorhielt, verbannt hatte. Er ließ ihn deshalb nach Chlichy bei Paris kommen, warf sich ihm zu Füßen, bat ihn um Verzeihung wegen der Ungerechtigkeit, die er an ihm begangen hatte, und bestimmte ihn zugleich unter Beistand des Audonus, und des heiligen Eligius, die noch Laien waren, seinem Sohn das heilige Sakrament der Wiedergeburt zu erteilen. Die Taufzeremonie wurde mit großer Pracht in Orleans verrichtet, wohin Charibert, der König eines Teils von Aquitanien, sich begeben hatte, um bei seinem Neffen die Patenstelle zu vertreten. Die Erziehung des jungen Prinzen wurde dem gottseligen Pipin von Landen, dem Oberaufseher des Pallastes anvertraut, der gezwungen dem Hass des Adels nachzugeben, sich mit ihm in die Staaten des Königs Charibert zurückzog, wo er mehrere Landgüter von seiner Gemahlin Itta besaß. Nach Verlauf dreier Jahre rief Dagobert Pipin zurück, und ernannte seinen Sohn Siegbert zum König von Austrasien (Dies ereignete sich im Jahr 633, da Siegbert kaum drei Jahre alt war.). Zugleich gab er ihm als Rat den heiligen Cunibert, den Bischof von Köln und den Herzog Adelgis, und vertraute die Verwaltung des ganzen Reiches dem Pipin an, den er jedoch immer bei sich behielt. Im folgenden Jahr wurde Dagobert ein zweiter Sohn geboren, der unter dem Namen Chlodwig bekannt ist. Die Furcht, es möchte unter den Brüdern Trennung entstehen, bewog ihn, seinen Staat unter ihnen zu verteilen. Er bestätigte daher Siegbert als König von Austrasien, und erteilte Chlodwig Neustrien zu, oder das abendländische Frankreich, neben einem Teil von Burgund.

 

Nach Dagoberts Tod, der im Jahr 638 erfolgte, lebten beide Brüder in der vollkommensten Einigkeit. Siegbert befolgte Pipins Rat, der ihn wie seinen Sohn liebte, und immer noch bei ihm das Amt eines Oberaufsehers des Pallastes vertrat, und bald sah man an ihm, dass er vollkommen den Sorgen entsprach, welche dieser weise Lehrer angewendet hatte, um ihn zu allen Tugenden eines Christen und Königs heranzubilden. Als ihm Pipin im Jahr 640 durch den Tod hinweggerafft wurde, bestimmte er Grimoald als Oberaufseher des Pallastes an seines Vaters Stelle. Durch seine Frömmigkeit, Klugheit und Tapferkeit erwarb er sich die Liebe und Achtung seiner Untertanen, und sein Name war der Feinde Schrecken. Die Thüringer waren die einzigen, die gegen ihn die Waffen ergriffen. Allein er wusste sie bald wieder zu ihrer Pflicht zurückzuführen. Und dieser Krieg, der einzige, zu dem er genötigt wurde, hatte weiter keine anderen Folgen. Diese friedliche Stimmung seines Herzens, die durch anhaltendes Gebet und fromme Übungen der Religion unterstützt wurden, musste reichliche Gnaden auf ihn herabziehen. Er verwandte einen großen Teil seiner Einkünfte zur Unterstützung der Armen, baute und versah Krankenhäuser, Kirchen und Klöster (er gründete 12 Klöster) mit den nötigen Einkommen. Dieser tugendhafte Fürst lebte nur kurze Zeit, wenn man ein Leben, das mit guten Werken so ausgestattet ist, wie das seine, kurz nennen kann. Er starb am 1. Februar 656 in seinem 25. Lebensjahr. Sein Leib wurde in die Abtei zum heiligen Martin bei Metz begraben. Im größten Teil des Landes, das er beherrschte, wie auch in den Kirchen und Klöstern, die er begründet hatte, wurde er öffentlich verehrt. Da man im Jahr 1063 seinen Leichnam noch unversehrt fand, wurde er aus der Erde erhoben, und an der Seite des Hochaltars beigesetzt. Im Jahr 1170 wurden seine Gebeine in ein silbernes Kästchen gelegt. Als aber Franz von Lothringen, der Herzog von Guise, im Jahr 1552 genötigt war, alle Klöster in den Vorstädten von Metz, die von Karl V. belagerte Stadt, zu zerstören, wurden die Gebeine des heiligen Siegbert in die Jakobinerkirche dieser Stadt versetzt, danach aber in die Stiftskirche Unserer Lieben Frau in Nanzig gebracht.