Der heilige Walter, Abt und Bekenner zu St. Martin bei Pontoise in Frankreich, + 8.4.1099 - Fest: 8. April

       

Dieser Heilige wurde geboren in dem Dorf Andainville, in der Picardie. Da er aus Liebe zur Buße die Welt verlassen hatte, trat er in den Orden des heiligen Benedikt in die Abtei Rebais in der Diözese Meaux ein. Im Jahr 1060 zog man ihn aus seinem Kloster hervor und übergab ihm die Leitung der Abtei St. Germain bei Pontoise, die hernach den Namen St. Martin annahm. Sie war kurz vorher durch die Grafen von Amiens und Pontoise gestiftet worden: der Heilige war der erste Abt.

 

Walter stand immer in hohen Ehren bei dem König Philipp I. und den angesehensten Personen des Reiches. Allein diese Ehrenbezeigungen betrübten seine Demut. Er nahm mehrere Male die Flucht, um sich den Gefahren der Eitelkeit zu entziehen. Er wurde aber entdeckt und in sein Kloster zurückgeführt, das er auf Befehl des Papstes nicht mehr verlassen durfte. Er schloss sich in eine kleine Zelle ein, wo er in der Übung der strengsten Abtötungen, und in beständigem Gebet und Beschaulichkeit lebte. Er ging nie aus, als um die Pflichten seines Amtes zu erfüllen, oder den niedrigsten Verrichtungen der Gemeinde sich zu unterziehen. Er befolgte treu die Regel, die er sich vorgeschrieben hatte, nämlich jeden Tag noch etwas über seine gewöhnlichen Abtötungen zu tun, um sich fortwährend an die Pflicht zu erinnern, auf der Tugendbahn immer weiter fortzuschreiten.

 

Da er den wahren Grundsätzen unwandelbar zugetan war, widersetzte er sich standhaft einigen Simoniegewohnheiten, die von mächtigen Männern verfochten wurden. Sein Eifer zog ihm Verfolgungen zu, die seine Geduld aber nur in ein desto helleres Licht stellten.

 

Der heilige Walter starb am 8. April 1099. Da die Bischöfe von Rouen, Paris und Senlis die Echtheit mehrerer durch seine Fürbitte gewirkten Wunder bestätigt fanden, erhoben sie seinen Leichnam, und übertrugen ihn den 4. Mai 1153 an einen ehrenvolleren Ort. Der Abt Walter Montagu veranstaltete eine zweite Übertragung im Jahr 1655, und schmückte die Kapelle des Heiligen prächtig aus. 

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Der heilige Gualterus (Walter), erster Abt zu St. Martin bei Pontoise in Frankreich, dessen Fest am 8. April gefeiert wird, hatte sich auf höhere Eingebung in einiger waldigen Gegend bei einem Dorf der Diözese Amiens niedergelassen, und dort eine Siedelei und bei ihr zur Ehre der Mutter Gottes ein Kirchlein erbaut. Der Ruf seiner Gottseligkeit und die Lieblichkeit des Dienstes Mariens zog bald das Volk herbei, so dass ganze Scharen dahin kamen, um aus dem Mund des Gottesmannes Worte des Heils zu vernehmen und die glorreiche Himmelskönigin zu verehren. Da erregte der Feind alles Guten in der Edelfrau, in deren Gebiet dieser Ort lag, Furcht und Besorgnis, es möchten bei dem Zusammenströmen des Volkes ihre Wiesen und Felder Schaden nehmen und zertreten werden, und sie beunruhigte den frommen Einsiedler und zwang ihn, ihren Boden zu verlassen. Aber bald musste sie das dem Diener Mariens zugefügte Leid und die Verhinderung ihrer Verehrung büßen. Als sie eines Tages, an einem hohen Fest, mit den Ihrigen zum Gottesdienst gehen wollte, und sich vom Sessel erhob, fiel sie, brach das Genick und starb in diesem Augenblick.