Die heilige Waldetrudis, Gründer-Äbtissin von Mons, Hennegau, + 9.4.688 – Fest: 9. April

       

Die heilige Waldetrudis, Benediktinernonne und Klosterstifterin zu Mons (Bergen) in Hennegau, war die Tochter des Grafen Walbert und seiner heiligen Gemahlin Berthilda und die älteste Schwester der heiligen Adelgundis. Ihre Eltern vermählten sie mit dem Grafen Maldegar von Hennegau, einem der Vornehmsten am Hof des Frankenkönigs Dagobert. Nachdem sie Mutter von zwei Söhnen und zwei Töchtern geworden war, beredete sie ihren Gatten zur Trennung, auf dass beide sich ungeteilt dem Dienst Gottes weihen könnten. Maldegar wurde Mönch im Kloster Hautmont bei Maubeuge und prangt heutzutage noch unter den in Flandern verehrten Heiligen mit dem Namen Vincenz von Soignies. Waldetrudis blieb noch zwei Jahre in der Welt und übte sich unter der Leitung des heiligen Abtes Guislen in allen Werken der Frömmigkeit und Barmherzigkeit, besonders in der Milde gegenüber den Armen und Gefangenen. Als sie endlich von allen Banden der Pflicht sich entledigt sah, nahm sie aus den Händen des heiligen Bischofs Aubert von Cambrai den Schleier und erbaute sich eine Zelle an einem abgeschiedenen Ort, Castriloc genannt. Bald schlossen mehrere gleichgesinnte Frauen sich ihr an, um die Beschwerden und Freuden des Ordenslebens mit ihr zu teilen. So bildete sich unter der Waltung der Heiligen eine Klostergemeinde, die später zu einem königlichen Damenstift erhoben wurde. Waldetrudis war einzig mit ihrer Vervollkommnung beschäftigt und strebte mit allen Kräften nach den Tugenden der Demut und Abtötung. Gott verlieh ihr die Gabe der Wunder, die sich besonders an Kranken erprobte. Über harte Prüfungen und alle übrigen Feinde ihres Heils obsiegend entschlief sie sanft und selig am 9. April 688. Ihre Reliquien befinden sich in der Kirche ihres Namens. Der Ort ihrer Niederlassung wurde später Mons genannt, jetzt eine bedeutende Stadt, die mit ganz Hennegau die Heilige als Patronin erkennt.