Der heilige Papst Urban I., Märtyrer, + 25.5.233 - Fest: 25. Mai

       

Der heilige Urban folgte im Jahr 223, dem dritten der Regierung des Kaisers Alexander, dem heiligen Calixtus auf dem Stuhl des Apostelfürsten nach. Obgleich Alexander, von Natur ein sanfter Fürst, den Christen geneigt war, wurden diese doch an verschiedenen Orten, entweder durch das Volk oder die Statthalter verfolgt. In den Akten der heiligen Cäcilia wird gesagt, Papst Urban habe den Märtyrern Mut zugesprochen und eine große Menge Götzendiener zum Glauben bekehrt. Er starb, nachdem er sieben Jahre auf dem apostolischen Stuhl gesessen hatte, und wird im Sakramentarium des heiligen Gregor, im Martyrologium des heiligen Hieronymus, das Florentinius herausgegeben hat, und in der Liturgie der Griechen, Märtyrer genannt. Nach Fortunat, und nach mehreren alten Messbüchern scheint man im sechsten Jahrhundert in Frankreich sein Fest mit viel Andacht gefeiert zu haben. Man beerdigte ihn im Prätextatischen Kirchhof. In alter Zeit lag an der appischen Straße, beim Ort seines Begräbnisses, eine unter seinem Namen geweihte Kirche.

 

Im Jahr 821 entdeckte man die Leiber der heiligen Cäcilia, und der heiligen Tiburtius, Valerianus und Urbanus. Papst Paschal versetzte sie in die Kirche der heiligen Cäcilia. Leo IV. sandte der Kaiserin Irmengard, der Gemahlin Lothars I., den Schädel der heiligen Cäcilia samt den Leibern der heiligen Päpste Sixtus und Urban, und diese Fürstin gab sie um das Jahr 840 in die Abtei der Chorfrauen, die sie zu Erstein im Elsass gestiftet hatte. Kaiser Karl IV., der 1553 in diese Provinz kam, lies den Sarg, in dem der Leib des heiligen Urban lag, öffnen, und schickte einige seiner Reliquien nach Prag. Man darf diesen Heiligen aber nicht mit einem anderen Heiligen desselben Namens verwechseln. Man hat bewiesen, dass der heilige Urban, von dem es sich hier handelt, derselbe sei, dessen Leib von Papst Nikolaus I. im Jahr 862 an die Mönche von St. German zu Auxerre geschickt worden, und dessen Reliquien später im Kloster von St. Urban, im Bistum Châlons-sur-Marne, aufbewahrt wurden.