Die heiligen Brüder und Bekenner Theodorus, Mönch und Märtyrer von Konstantinopel, + 27.12.841, und Theophanes, Bischof und Bekenner von Nicäa, + 27.12.845 - Fest: 27. Dezember

     

Die beiden heiligen Brüder kamen noch sehr jung in das Kloster St. Sabas bei Jerusalem, wo sie in kurzer Zeit eine hohe Stufe der Gottseligkeit erreichten. Als Leo der Armenier den Bildersturm zu erregen anfing, wurden sie nach Konstantinopel gesendet, um den Kaiser zu ermahnen, der Kirche den Frieden wieder zu geben. Sie gelangten aber nicht zu ihrem Ziel, vielmehr ließ sie Leo mit Ruten streichen und verbannte sie auf eine Insel am Eingang des Pontus Euxinus, wo sie vielfache Drangsale zu erleiden hatten. Nach dem Tod dieses Zwingherrn im Jahr 822 erhielten sie die Erlaubnis, nach Konstantinopel zurückzukehren, und Theodor gab daselbst einige Schriften zur Verteidigung der katholischen Lehre heraus. Mit der Zeit (829) kam ein anderer Begünstiger der Ketzerei, Theophilus, auf den Thron und verfolgte die Rechtgläubigen mit unbändiger Wut. Theodor und sein Bruder wurden aufs Neue misshandelt und auf die Insel Aphusa verwiesen. Zwei Jahre später brachte man sie in die Hauptstadt zurück, wo der Kaiser in seiner Gegenwart sie entkleiden und geißeln ließ, bis sie halbtot zu seinen Füßen hinfielen. Nach diesem zeichnete man ihnen mit Nadeln ein ganzes Schmähgedicht auf Stirn und Angesicht ein. Diese ebenso grausame als langwierige Marter wurde erst von der Nacht unterbrochen, wo man die mit Blut Überströmten ins Gefängnis zurückschleppte. Kurz darauf wurden sie nach Apamea in Syrien abgeführt, wo der heilige Theodor an den Folgen seiner Wunden starb. Wegen der Einzeichnung erhielt er den Beinamen „Graptos“, d.i. der Gestochene. Inzwischen kam die Kaiserin Theodora, eine eifrige Katholikin, an die Regierung, und der heilige Patriarch Methodius führte 842 die Bilderverehrung wieder ein. Theophanes wurde zum Bischof von Nicäa ernannt und entschlief dort nach siegreichem Kampf über die Häresie im Frieden des Herrn. Die Griechen nennen ihn „Dichter“, weil er heilige Gesänge verfasste.