Der heilige Salvius von Amiens, Bischof in Frankreich, + um 615 – Fest: 28. Oktober

Kathedrale von Amiens

 

Salvius huldigte in seinen Jugendjahren nur zu sehr einer der christlichen Tugend feindlichen Welt. Allein da Gott sein Herz gerührt hatte, teilte er seinen ganzen Besitz unter die Armen aus und zog sich in ein Kloster zurück, das er zur Ehre der allerseligsten Jungfrau und des heiligen Petrus hatte erbauen lassen. Nachdem er da mehrere Jahre im Gebet und in strengen Bußübungen zugebracht hatte, folgte er dem Drang seines Eifers und fing an das Wort Gottes zu verkündigen, um die Sünder von ihren verkehrten Wegen zurückzuführen. Der Erfolg seiner Predigten war so segensreich, dass man ihn auf den bischöflichen Stuhl von Amiens erhob, als Nachfolger des heiligen Honorat, der im 7. Jahrhundert starb. Sein Benehmen rechtfertigte vollkommen die auf ihn gefallene Wahl. Man sah ihn jederzeit die bischöflichen Amtsverrichtungen mit einem Eifer und einer Frömmigkeit erfüllen, die ihn als einen würdigen Nachfolger der Apostel auszeichneten. Er starb am 28. Oktober.

 

 

Einige Jahrhunderte später wurde der Leib des heiligen Salvius aus der Kathedralkirche zu Amiens nach Montreuil-sur-Mer, in der unteren Picardie, gebracht, wo er jetzt noch mit großer Andacht verehrt wird. Die Kathedralkirche von Canterbury besaß einen Teil der Reliquien dieses Heiligen vor der Zerstörung der Klöster in England. (Dies ersieht man aus einem alten Verzeichnis der Reliquien, die in der Kathedralkirche von Canterbury waren.) Im römischen Martyrologium ist der Name des heiligen Salvius auf den 11. Januar gesetzt worden. Es ist der Tag, an dem seine Reliquien an den o.a. Ort übertragen wurden.