Der heilige Petrus Balsamus, Martyrer von Aulana, im Heiligen Land, + 3.1.311 – Fest: 3. Januar

 

Petrus Balsamus, geboren im Gebiet von Eleutheropolis in Palästina, wurde in Aulon während der Verfolgung des Kaisers Maximin verhaftet. Man führte ihn vor Severus, den Statthalter der Provinz, der das Verhör damit anfing, dass er ihn nach seinem Namen fragte. Petrus antwortete: „Mein Geburtsname ist Balsamus und in der Taufe nannte man mich Petrus.“

Severus: „Aus welchem Land und von welcher Familie bist du?“ – Petrus: „Ich bin ein Christ.“

Severus: „Was treibst du für ein Gewerbe?“ – Petrus: „Kann ich etwa etwas Ehrenvolleres treiben oder etwas Besseres in der Welt tun, als Christ sein?“

Severus: „Kennst du den Befehl der Kaiser?“ – Petrus: „Ich kenne die Befehle meines Gottes, des höchsten Gebieters der Welt.“

Severus: „Du sollst bald erfahren, dass die gnädigen Kaiser ein Gesetz gegeben haben, kraft dessen alle Christen den Göttern opfern oder des Todes sterben müssen.“ – Petrus: „Und du wirst einst erfahren, dass es ein Gebot des ewigen Königs gibt, welches spricht, wer den Teufeln opfert, soll vertilgt werden. Welchem rätst du mir zu gehorchen? Welches von beiden glaubst du soll ich vorziehen, - durch deine Hand sterben oder durch den König der Könige, den wahrhaften Gott, zu den ewigen Peinen verdammt werden?“

Severus: „Weil du meinen Rat begehrst, so sage ich dir, dass du den Gesetzen gehorchen und den Göttern opfern sollst.“ – Petrus: „Nie kann ich mich entschließen hölzernen und steinernen Götzen, wie jene, welche du anbetest, zu opfern.“

Severus: „Wisse, dass es in meiner Macht steht, die Beleidigung, die du mir zufügst, durch deinen Tod zu rächen.“ – Petrus: „Ich hatte nicht die Absicht, dich zu beleidigen; ich habe dir nur gesagt, was im göttlichen Gesetz geschrieben steht.“

Severus: „Habe Mitleid mit dir selbst, und opfere.“ – Petrus: „Nur dann, wenn ich nicht opfere, habe ich wahrhaft Mitleid mit mir selbst.“

Severus: „Ich will noch Nachsicht mit dir haben, ich gebe dir also Zeit dich zu bedenken, damit du dich entschließt, dein Leben zu retten.“ – Petrus: „Dieser Aufschub würde nutzlos sein, ich werde meine Gesinnung nicht ändern. Tue nur gleich, was du in der Folge tun müsstest und vollende das Werk, das der Teufel, euer Vater, angefangen hat; denn niemals werde ich tun, was Jesus verboten hat.“

 

Auf diese Worte ließ ihn Severus auf die Folter spannen, und da er so in der Luft hing, sagte ihm jener spottend: „Nun! Petrus, was sagst du dazu? Lernst du nun einsehen, was die Folter ist? Wirst du bald opfern?“ Petrus antwortete: „Zerreiße mich noch mit eisernen Krallen, rede mir aber nicht weiter zu, den Teufeln zu opfern. Ich habe dir ja schon gesagt, dass ich nur Gott allein opfern will, dem zu Liebe ich leide.“ Auf diese Worte hin befahl der Statthalter die Peinen zu verdoppeln; und Petrus, weit entfernt nur die geringste Klage hören zu lassen, sang vielmehr freudig die zwei Verse des königlichen Propheten: „Nur eins habe ich von dem Herrn begehrt, danach sehne ich mich, dass ich mein ganzes Leben hindurch im Haus des Herrn wohnen möge. (Psalm 27,4) Den Kelch des Heils will ich nehmen, und den Namen des Herrn anrufen. (Psalm 116,13) Hierauf gab Severus, von wilder Wut entbrannt, neuen Schergen den Befehl, die erste, die ermüdet waren, abzulösen. Plötzlich schrien alle Zuschauer, als sie von allen Seiten das Blut des Märtyrers herabströmen sahen: „Gehorche den Kaisern; opfere und befreie dich von diesen schrecklichen Qualen.“ Petrus entgegnete: „Was nennt ihr Qualen? Ich fühle keinen Schmerz; ich weiß aber, dass, wenn ich meinem Gott die schuldige Treue breche, ich wahrhafte Peinen und unaussprechliche Qualen zu erwarten habe.“ Zuletzt sagte ihm noch der Richter: „Opfere doch, Balsamus, oder du wirst es bereuen.“ – Petrus: „Ich opfere nicht und werde es auch nicht bereuen.“

Severus: „Ich spreche das Todesurteil.“ – Petrus: „Gerade was ich so sehnlich wünsche.“

Hierauf sprach Severus das Todesurteil in diesen Worten: „Wir verordnen, dass Petrus Balsamus, weil er sich geweigert hat, dem Gesetz der unüberwindlichen Kaiser Gehorsam zu leisten, und weil er hartnäckig das Gesetz des Gekreuzigten verteidigt hat, an das Kreuz soll geheftet werden.“

 

So empfing dieser großmütige Kämpfer die Märtyrerkrone zu Aulon um das Jahr 311, dem 3. Januar, an dem Tag sein Andenken auch im römischen Martyrologium und in dem von Beda verehrt wird.

 

Aus dem Beispiel der Märtyrer sehen wir, dass eine wahrhaft heldenmütige Standhaftigkeit nur in der christlichen Religion gefunden wird. Nur diese heilige Religion kann haltbaren Trost in den Gefahren und den härtesten Prüfungen gewähren, und über das ganze Leben des Menschen eine unwandelbare Ruhe, die ihn niemals verlässt, ausgießen. Wenn man mit Gott durch die Liebe verbunden ist, ruht man kummerlos unter den Flügeln seiner Allmacht, Weisheit und Güte. Weder die Schmeicheleien, noch die Verachtung der Welt vermögen etwas über den wahren Christen. Der innere Friede, die reinen Freuden, die man in der Übung der Tugend kostet, gewähren reichlichen Schadenersatz für die Entbehrung der vorgeblichen Güter, die das Laster gewährt. Der Tod selbst, der gewöhnlich so schrecklich den Augen der Menschen erscheint, bietet nur Trost dar, weil eine unsterbliche Krone und ein Glück, dessen Dauer ewig wie Gott ist, ihm folgen.