Der heilige Paschalis Baylon, Laienbruder und Bekenner von Villa Reale, Spanien, + 17.5.1592 - Fest: 17. Mai

       

Wenn die Mitte des Maimonats einmal vorüber ist und unter der warmen Sonne die Blumen zahlreicher und prachtvoller zu blühen beginnen, dann ist auch jenes Fest nicht mehr fern, das wir uns ohne Blumen gar nicht denken können, das heilige Fronleichnamsfest. Heute schon werden wir an die bevorstehende Großfeier erinnert, denn in der heiligen Messe begehen wir das Gedächtnis eines Heiligen, der in vorbildlicher Weise ein eifriger Verehrer des Heilandes im Tabernakel war und der deswegen später zum himmlischen Patron aller Verehrer des Allerheiligsten Altarsakramentes erklärt wurde. Es ist der heilige Paschalis Baylon.

 

In Spanien, wo Paschalis im Jahre 1540 geboren wurde, ist es Brauch, die Kinder nach den Heiligen oder nach den Festen zu benennen, welche an ihrem Geburtstag gefeiert werden. Weil nun der Heilige des heutigen Tages am Pfingstsonntag geboren wurde und das Pfingstfest auch Pascha Pentekostes, auf deutsch Hochostern heißt, nannte man ihn Paschalis. Paschalis bedeutet also den österlich-pfingstlichen Mann. Es ist das ein wirklich schöner Name.

 

Oster- und Pfingstmenschen müssten wir alle immer sein, wir, die wir vom Heiland erlöst wurden und vom Heiligen Geist geheiligt werden.

 

Paschal, der österlich-pfingstliche Mensch, nach seinem Heimatort Bayol zubenannt, war armer Leute Kind und musste, sehr jung noch, das Vieh hüten. Gern hätte er die Schule besucht, um lesen und schreiben zu lernen, aber für den Schulbesuch fehlten Zeit und Geld, und einen Schulzwang wie heute gab es damals noch nicht. Paschal wusste sich indessen zu helfen, indem er andere, die schreiben und lesen konnten, bat, es ihm beizubringen.

 

Beim Hüten achtete Paschal vor allem darauf, dass das Vieh auf dem Weg von und zur Weide nicht vom fremden Acker naschte. Geschah es trotz aller Vorsicht seinerseits doch, so hielt er den Besitzer des Feldes von seinem eigenen Lohn schadlos. So gewissenhaft beobachtete der Junge das siebte Gebot.

 

Als Paschal vierundzwanzig Jahre alt war, ging er ins Kloster und wurde Franziskanerbruder. Die Laienbrüder nehmen den Ordenspriestern, damit sie sich ungestörter dem Predigen und Beichthören widmen können, die Hausarbeiten ab, und dadurch tun sie etwas sehr Verdienstvolles. So hat es auch Paschal gemacht; er hat den Garten besorgt, Holz zerkleinert, gewaschen, geschneidert und den Küster- und Türdienst versehen. Vor keiner Arbeit hat er sich gedrückt, nur das Leid hat ihn manchmal arg gequält, dass er bei dem Übermaß an Arbeit, die er besorgen musste, zu wenig Zeit zum Beten fand. Das hat ihn geschmerzt, und deswegen hat er oft halbe Nächte betend durchwacht.

 

Vor allem war es der liebe Heiland im Sakrament, um den sich immerwährend bei Tag und Nacht die Gedanken des frommen Bruders in Andacht und Verehrung bewegten. Wo er ging und stand, was er tat und sagte, stets blieb sein Herz bei dem, dessen Liebe ihn beseligte und ausfüllte, und vielhundertmal im Tag grüßen Stoßgebete, heiß und innig, den guten Freund im Tabernakel. Sein Leben war wie eine ewige Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes. Es war ein schönes Leben, dieses Leben des österlich-pfingstlichen Menschen; es war ein glückliches Leben, glücklich für Zeit und Ewigkeit.

 

Damit auch uns solch ein schönes Leben in steter Vereinigung mit dem Heiland im Sakrament beschieden sein möge, beten wir heute mit der Kirche:

 

„O Gott, du ziertest deinen heiligen Bekenner Paschalis mit wunderbarer Liebe zu den hochheiligen Geheimnissen deines Leibes und Blutes, so gib in deiner Gnade, dass wir aus diesem göttlichen Mahl dieselbe Fülle des Geistes wie er schöpfen dürfen. Amen.“