Der heilige Odo, Abt und Bekenner von Cluny, + 18.11.942 - Fest: 18. November

       

Der heilige Odo, Abt des Benediktinerordens zu Cluny in Frankreich, wurde 879 aus adeligem Geschlecht geboren und empfing im Alter von neunzehn Jahren die Tonsur nebst einem Kanonikat an der Kirche von Tours. Sodann begab er sich nach Paris und vollendete dort innerhalb von vier Jahren seine theologischen Studien. Nach Tours zurückgekommen verschloss er sich in eine Zelle, um einzig sich der Betrachtung zu widmen. Zu dieser Zeit las er die Regel des heiligen Benedikt, und alsbald war sein Entschluss gefasst, sich ebenfalls unter das süße Joch derselben zu begeben. Nach drei Jahren harter Prüfung entsagte er seinem Kanonikat und nahm im Kloster Beaume das Ordenskleid. Was er mit sich brachte, war eine Bibliothek von hundert Bänden, damals ein großer Schatz. Als der Abt Berno von Cluny starb, nötigten ihn die Bischöfe des Landes, die Leitung dieses Klosters nebst der von Massay und Deols zu übernehmen. Odo führte in den genannten Genossenschaften die Regel des heiligen Benedikt in ihrer ganzen Reinheit ein, und auch mehrere andere Klöster nahmen seine Verbesserungen an und unterwarfen sich seiner Führung, wodurch die Kongregation von Cluny, eine der blühendsten und zahlreichsten, entstand. Der Heilige war ein Mann der Liebe und behandelte, obwohl gegen sich selbst hart, seine Untergebenen nur mit Liebe. Öfters pflegte er zu sagen, wenn er sollte verdammt werden, so möchte er es lieber wegen gütiger Nachsicht, als wegen unbescheidener Strenge sein. Bei allen, die ihn kannten, in hoher Achtung stehend wurde er selbst von Päpsten und Fürsten geschätzt und in mancherlei Anliegen zu Rate gezogen. Er verehrte mit besonderer Andacht den heiligen Martin von Tours. Daher ließ er sich, als er seine Todesstunde nahe fühlte, in diese Stadt bringen, wo er am 18. November 942 starb und in der Kirche des heiligen Julian begraben wurde.