Der heilige Nilammon von Pelusium, Klausner, + 6.1.404 – Fest: 6. Januar

 

Dieser Heilige lebte, der Welt ganz unbekannt, in einer Zelle, in der Nähe von Pelusium in Ägypten. Die Stadt Gera wählte ihn zum Bischof, allein er weigerte sich standhaft seine Einwilligung zu geben, indem er alle Beweggründe aufbot, die seine Demut ihm zeigte. Schließlich nahm er seine Zuflucht zu den Tränen, um den Patriarchen von Alexandrien, Theophilus, der ihn auch des bischöflichen Amtes für würdig gehalten hatte, für sich zu gewinnen. Da alle seine Bemühungen fruchtlos waren und keineswegs seinen dringenden Bitten entsprechen wollte, wandte er sich, von Schmerz ergriffen, mit Vertrauen an Gott und bat ihn, eher ihm das Leben zu nehmen, als zuzulassen, dass ihm eine so furchtbare Last aufgebürdet wird. Sein Gebet wurde auch erhört, denn er starb, bevor er das Gebet völlig beendet hatte. Im 5. Jahrhundert. Sein Name ist im Märtyrerverzeichnis unter dem 6. Januar zu finden.

 

(Ein ähnliches Beispiel haben wir im Leben des Bruders Columban. Dieser heilige Mann zeichnete sich von Kindheit an durch seine Unschuld aus, durch seine Frömmigkeit und durch seine Liebe zu den Armen. Abbeville, seine Vaterstadt, und Marseille wurden erleuchtet durch den Glanz seiner Tugenden. Im Jahr 1710 trat er in Buonsollazzo, in der Toskana, in den Zisterzienserorden ein, der die verbesserte Regel der Trappisten angenommen hatte. Eine brennende Liebe, eine tiefe Demut, ein ungewöhnlicher Geist der Buße und des Gebets, eine heilige Begierde nach allen Übungen der Abtötung, zeichneten ihn bald vor den anderen Brüdern aus. Der Abt aber, der glaubte, ihn in diesem Fall von den gewöhnlichen Regeln freisprechen zu können, sagte ihm daher, er möge sich zum Empfang der heiligen Weihen vorbereiten. Seine Absicht war, sich durch ihn eines Teils der Klosterverwaltung zu entledigen, sobald er zum Priester geweiht wäre. Columban, der allzeit ohne Widerrede den Gehorsam ausgeübt hatte, nahm jetzt, um eine ihm so schreckliche Bürde von sich abzuwenden, zu den kräftigsten Warnungen und rührendsten Bitten seine Zuflucht. Er würde sogar, wäre er nicht durch sein Gelübde davon zurückgehalten worden, die Flucht ergriffen haben. Nichts aber half ihm, er musste, vom Abt genötigt, alle heiligen Weihen bis zum Priestertum empfangen, bei dessen Gedanken er schon von starrer Furcht befallen wurde. Wie wird er aber nun diese schreckliche Würde von sich abwenden? Er warf sich in die Arme Gottes und bat ihn mit engelhafter Inbrunst, doch nicht zuzulassen, dass er zum Priester geweiht werde. Bald wurde die Wirkung seines Gebets sichtbar, denn seine Hände wurden von einer Gicht befallen, woran er kurze Zeit später, im Jahr 1714, starb. Diese Beispiele sind bei Einsiedlern sehr erbaulich, würden es aber nicht ebenso bei Weltgeistlichen sein. Wenn sie die kirchlichen Würden fürchten, sie also nur genötigt annehmen, so folgen sie darin, wie Stephan von Tournay bemerkt, dem Geist der ersten Kirche. Aber sie sollen zugleich auch lernen, dass ein zu hartnäckiger Widerstand ein wahrer Ungehorsam wäre, der von einer sträflichen Kleinmütigkeit herkommt, und die Ordnung und den Frieden stört. Dies ist die Meinung des heiligen Basilius, des so sehr erleuchteten Lehrers.)