Die selige Margaretha, Jungfrau von Citta di Castello, Italien, Dominikanerin III.OPr., + 13.4.1320 – Gedenktag: 13. April

 

Von der Natur stiefmütterlich ausgestattet – den Margaretha war von Geburt an blind – erhob sich gleichwohl ihr innerer Sinn zum hohen und höchsten Ziel. In eifrigem Streben nach Vollkommenheit verachtete sie die irdischen Güter und weltlichen Vergnügen, schenkte ihr Herz frühzeitig Gott dem Herrn, züchtigte ihren Leib durch Fasten und Tragen eines Bußgürtels, und wurde, 17 Jahre alt, in den dritten Orden des heiligen Dominikus aufgenommen. Hier fand sie für ihre Stille Innigkeit die gewünschte Ruhe gleich einer Blume, die ihren zarten Duft nur im Schatten bewahrt.

 

Die Kirche war sozusagen ihr beständiger Aufenthalt, denn sie verweilte dort täglich bis zum Einbrechen der Nacht, immer in Gebet und Betrachtung versunken. Tot für die Welt beherzigte sie die christlichen Wahrheiten oft und tief, insbesondere das Geheimnis der Jungfräulichkeit Mariens, der Geburt Jesu und des seligen Todes des Nährvaters Joseph. So kam es denn, dass nach ihrem Hinscheiden, wie die Legende erzählt, in ihrem Herzen drei Steinchen gefunden wurden, in deren erstem das Bildnis Mariens war mit einer goldenen Krone auf dem Haupt, im zweiten das Bild Jesu, des neugeborenen Kindes in der Krippe, und im dritten das Bild Josephs, der in goldenem Mantel sich zeigte und neben sich eine kniende Dominikanernonne hatte. „O, wenn ihr wüstet,“ sagte sie deshalb oft im Leben, „welch herrlichen Schatz ich im Herzen trage!“ Noch gegenwärtig werden die besagten Steinchen in der Dominikanerkirche zu Metola gezeigt.

 

Der 13. April 1320 war ihr Todestag, an dem sie die Palme des Sieges und den auserkorenen Platz unter der Reihe der heiligen Jungfrauen im Himmel erhielt.

 

Margaretha, die Patronin der Blinden, wurde am 6. April 1675 seliggesprochen, das Verfahren zur Heiligsprechung wurde eingeleitet.