Der heilige Kunibert, Bischof und Bekenner von Köln, + 12.11.663 - Fest: 12. November

       

Köln am Rhein wurde von alters her das „heilige Köln“ oder auch das „deutsche Rom“ genannt, weil es als eine der ältesten Städte auf deutscher Erde auch dem christlichen Glauben zuerst seine Tore öffnete, weil sein Boden besprengt ist mit dem Blut der elftausend Jungfrauen, des heiligen Gereon und seiner Genossen, und weil so viele heilige Bischöfe den Metropolitansitz mit dem Glanz ihrer Tugenden, Wissenschaften und Verdienste verherrlicht haben. Als erster Bischof von Köln wird ja der heilige Maternus genannt, ein Schüler des Apostels Petrus. Dem mutigen Verteidiger des christkatholischen Glaubens auf der Synode zu Sardica (347), dem Kölner Bischof Euphrates, folgte der heilige Severin. Zur Zeit des Königs Dagobert des Großen aber saß der vielberühmte heilige Kunibert auf dem Kölner Stuhl, und hat sich als Bischof und Staatsmann große Verdienste um die Kirche und das Volkswohl erworben.

 

Kunibert wurde an der Mosel im Bistum Trier von frommen Eltern, namens Krallo und Regina, geboren und am Hof des Königs Dagobert I. von Austrasien erzogen. Seinen Sinn auf das Himmlische richtend, widmete er sich dem geistlichen Stand und wurde wegen seiner hervorragenden wissenschaftlichen Bildung, wegen seiner Frömmigkeit, Umsicht, Geschäftsgewandtheit und Charakterfestigkeit als der Würdigste am 25. September 623 zum Bischof von Köln geweiht.

 

Als Bischof entfaltete Kunibert die ganze Kraft seines Geistes, um den Glauben seiner Bistumsangehörigen zu befestigen und religiösen Eifer überall zu verbreiten. Im Jahr 625 sehen wir ihn als einen der mutigsten und entschiedensten Kirchenfürsten auf der großen Synode zu Reims für Wahrheit und Recht eintreten. Am bedeutendsten und nachhaltigsten wurde seine Wirksamkeit, als er nach dem Abtreten des heiligen Arnulph von Metz im Jahr 628 Ratgeber des jungen Königs Dagobert I. wurde. In Verbindung mit Pipin von Landen regierte er jetzt, während Dagobert im Königreich Neustrien residierte, Austrasien gerecht und kräftig, und verblieb in dieser hohen Stellung auch später, als Dagobert im Jahr 633 die Krone des mit ihm unzufriedenen Austrasien an seinen erst dreijährigen Sohn Siegbert III. abgegeben hatte. Kunibert erzog den jungen Fürsten in der Furcht Gottes, in Tugend und Frömmigkeit, so dass er später unter die Heiligen versetzt worden ist. Auch verstand er es, den Adel und die Geistlichkeit so in Eintracht zu verbinden, dass dem Volk das erbaulichste Beispiel gegeben wurde. Durch seinen Einfluss bei den Königen Dagobert und Siegfried erreichte er die Stiftung der Klöster Cougnon, Stablo und Malmedy. Auch suchte er die noch heidnischen Friesen für die Kirche Jesu zu gewinnen, wozu der Kölnischen Kirche das Kastell Utrecht geschenkt wurde, jedoch hatten die Bemühungen der ausgesandten Glaubensboten wenig Erfolg. In Westfalen erwarb er die Stadt Soest mit ihrem ausgedehnten Gebiet für die Kölnische Kirche.

 

Nach Siegberts Tod im Jahr 656 zog sich Kunibert in sein Bistum zurück, unzufrieden über den neuen Hausmeier Grimoald, der den unmündigen Sprössling Siegberts, Dagobert II., heimlich nach Irland entfernte, ihn für tot ausgab und die Krone seinem eigenen Sohn zu verschaffen suchte. Doch noch in demselben Jahr 656 siegte Chlodwig II., König von Neustrien, der Oheim des noch immer für tot gehaltenen Knaben Dagobert, über den Thronräuber und vergab jetzt Austrasien an seinen Sohn Childerich II. im Jahr 658. Kunibert, obgleich hochbetagt, musste auch die Leitung dieses jungen Prinzen wieder übernehmen, bis er am 12. November 663 in die wohlverdiente ewige Ruhe einging.

 

An seinem Ende konnte Kunibert mit inniger Genugtuung auf sein langes Leben zurückblicken, von dem er vierzig Jahre auf dem bischöflichen Stuhl zu Köln zum Segen der Kirche und zum Heil des Staates in unermüdlicher Tätigkeit Gott geopfert hatte. Sein Leichnam wurde in der Klemenskirche, die er selbst für die Bequemlichkeit der Schiffer am Rheinufer erbaut hatte, feierlich beigesetzt, und bald begann man, ihn als einen Heiligen zu verehren und sein Gedächtnis alljährlich am 12. November zu feiern. An die Stelle der Klemenskirche ließ Erzbischof Konrad von Hochstaden im 13. Jahrhundert die jetzige ansehnliche Kirche zu Ehren des heiligen Kunibert selber erbauen. Im romanischen Stil aufgeführt, wurde sie in demselben Jahr 1248 vollendet, wo der Grundstein zum Kölner Dom gelegt wurde.