Der heilige Kornelius, Hauptmann und Bischof von Cäsarea, + 1. Jhd. – Fest: 2. Februar

       

Mit heiliger Sehnsucht blicke ich zurück in jene seligen Zeiten des ersten christlichen Jahrhunderts, wo die gottbegeisterten Jünger des göttlichen Erlösers noch lebten und durch ihre einfachen, apostolischen Predigten die verlorenen Kinder Israels und die verblendeten Anbeter falscher, erdichteter Götter einführten in das Reich der Wahrheit und des Lichtes, sie versammelten unter dem siegreichen Zeichen des Christentums unter dem heiligen Kreuz, an dem Jesus von Nazareth mit seinem Blut die Schuld des sündigenden Menschengeschlechtes ausgetilgt hatte. Damals ging der verfinsterten Welt durch die Religion der Liebe in jugendlicher Schönheit die Sonne des Heils auf und Herzensfriede, den die Welt nicht geben kann, und innige Bruderliebe, Seelenreinheit und die beseligende Hoffnung eines ewigen Lebens bei und mit Gott beglückte die jungen Gläubigen. Unter den ersten, die durch die unendliche Barmherzigkeit Gottes zum Christentum berufen wurden, befand sich auch Kornelius, der heidnische Hauptmann bei der italienischen Legion, ein gerechter und tadelloser Mann, der allenthalben Menschenelend linderte und mit Gebet und Tränen den Weg des Heils suchte. Gott erhörte sein Flehen und eröffnete ihm durch seinen Engel, dass er Männer nach Joppe senden sollte zum Simon Petrus, der dann nach Cäsarea kommen und ihm Unterricht in der heiligen Religion erteilen würde. Unterdessen wurde dem heiligen Petrus, der als ein geborener Jude die Heiden als unrein verabscheute, in einer Erscheinung die Berufung der Heiden zum Christentum kundgetan und er begleitete freudig die Boten des Hauptmanns nach Cäsarea.

 

Als der Apostel in das Haus des Kornelius trat, fiel der ihm zu Füßen, was der heilige Petrus aber dadurch verhinderte, dass er ihm sagte, er sei nur ein sündiger Mensch und alle Ehre gebühre nur Gott und seinem Sohn Jesus, dem guten Heiland. Dann unterrichtete er den Hauptmann und seine Familie in den Heilswahrheiten und taufte sie im Namen des dreieinigen Gottes, worauf Kornelius seine Wohnung sogleich in ein christliches Gotteshaus veränderte, das der heilige Paulus besuchte, als er von Rom nach Jerusalem ging, und auch noch zu den Zeiten des heiligen Hieronymus stand. Unterdessen wirkte Kornelius mit der Gnade Gottes so sehr und zeichnete sich durch ein so heiliges Leben aus, dass er nach dem Tod des Zachäus, des Bischofs von Cäsarea, vom heiligen Petrus zu dessen Nachfolger erwählt und geweiht wurde. Mit unermüdetem Eifer predigte er Juden und Heiden das Evangelium und bekehrte unzählige Menschen zum Glauben an Jesus.

 

Mehrere Geschichtsschreiber des Altertums und besonders Metaphrastes erzählen, dass der heilige Kornelius auch nach Scepsis, einer Stadt in Mysien, kam, wo ihn der Landpfleger Demetrius nur unter der Bedingung das Predigen erlaubte, wenn er zuvor durch ein Zeichen die Wahrheit seiner Sendung beweisen würde. Kornelius begab sich zum Tempel des Apollo, der sogleich, nachdem der Heilige sich mit dem Kreuz bezeichnet hatte, im Beisein einer Menge Volkes zusammenstürzte, worüber die Heiden in eine solche Wut gerieten, dass sie ihn zu morden suchten. Allein Demetrius schützte den Heiligen und empfing von ihm nebst 207 Einwohnern der Stadt die heilige Taufe. Nach vielen Bekehrungen und heftigen Verfolgungen starb schließlich der heilige Kornelius im Jahr 41 und erhielt von der katholischen Kirche den Ehrennamen eines Blutzeugen Jesu.