Der heilige Jodokus, Prinz und Mönch von Ponthieu, Frankreich, + 13.12.668 - Fest: 13. Dezember

       

Zur Zeit des Königs Dagobert in Frankreich kam Rodichael, König der Britanen oder Engländer nach Frankreich, um Friedensunterhandlungen mit ihm zu treffen. Danach ging er zum heiligen Audoen, damals noch am Hof des Königs, und speiste mit ihm, um den Diener Gottes von himmlischen Dingen reden zu hören. Darauf kehrte er nach Hause zurück, rief seinen jüngeren Bruder Jodok zu sich, eröffnete ihm sein Vorhaben, das Reich ihm zu überlassen und einzig und allein das Himmelreich zu suchen. Jodok verlangte acht Tage Bedenkzeit. Sein Sinn ging ebenso auf himmlische Dinge, der Antrag des Bruders war ihm daher nicht willkommen, und er wusste nicht wie er ausweichen konnte. Da ging er ins Kloster Lamailon, in dem er die erste Bildung genossen hatte, und überlegte betend, was zu tun sei. Während dieser Tage kehrten Pilger beim Kloster ein, die sagten, dass sie nach Rom wallfahren wollten. Jodok schloss sich an diese Pilger an, ging heimlich weg, und kam mit diesen nach Paris. Unschlüssig, ob er die Pilger weiter begleiten soll, betete er abermals und entschloss sich schließlich für ein ganz verborgenes Leben. In dieser Absicht bestieg er das Pontinische Gebirge, damals der Aufenthaltsort von vielem Wild und allerlei anderen Tieren, und entschloss sich jenseits Alteja-Flusses zu wohnen. Ihm begegnete aber durch Gottes Fügung der Herzog des Landes Haymon, redete ihm zu in sein Haus zu kommen, er möge bei ihm Gott dienen. Jodok folgt dem Herzog, widmete sich der Heilswissenschaft, wird Priester, bedient als solcher seinen Herrn sieben Jahre lang und hebt dessen Sohn aus der Taufe, dem er den Namen Ursinus gab. Der Herzog gewann ihn sehr lieb und wert wegen seiner frommen Sitten. Jodok konnte das Verlangen nach der Einsamkeit nicht mehr unterdrücken und begab sich zu einem einsamen Ort, Brahik genannt, der ringsum mit Wasser umgeben war. Da baute er ein Kirchlein und eine kleine Hütte, diente Gott Tag und Nacht, und, weil der Einsiedler so wenig menschlichen Umgang hatte, so fügte es Gott, dass Fische und Vögel gar freundlich mit ihm umgingen. Da trug es sich zu, dass seine Mildherzigkeit auf die Probe gestellt wurde. Es kam ein Bettler (Christus in Gestalt eines Bettlers) und begehrte etwas zu essen. Es war aber nur ein einziges Brot vorrätig. Der Bruder Wulmar kam und sagte es. Jodok verschnitt das Brot in vier Teile, und befahl einen Teil dem Bettler zu geben. Dies geschah. In immer dürftigerer Gestalt kam der zweite und dritte Bettler und begehrte des Brotes, und so wurde das zweite und dritte Stück den Armen gegeben. Schließlich kam ein Bettler in gar armer, hungriger Gestalt und begehrte Brot. Wulmar kam ganz ungeduldig und sprach: „Wenn du auch das vierte Stück weggibst, was bleibt uns übrig?“ „Gib, Bruder, auch das vierte Stück, der Herr wird schon für uns sorgen.“ Und nicht lange ging es, es standen vier Schifflein vor dem Ort mit Nahrung beladen. Niemand wusste woher die Schifflein kamen. Und niemand wusste wohin. Darauf machte Gott seinen Diener durch viele Gebetserhörungen bekannt. Er zog nach achtjährigem Aufenthalt, um dem Zulauf des Volkes auszuweichen, an einen anderen Ort, Rimak genannt, und baute da wieder eine Kirche zu Ehren des heiligen Martinus. Da wurde nun der Diener Gottes, statt von Menschen, vom Teufel selbst mannigfaltig versucht und geplagt. Je mehr die Kräfte der himmlischen Welt in der Seele sich zeigten, desto tätiger offenbarten sich die Kräfte des Abgrunds. Eine Schlange vom bösen Geist getrieben versetzte dem Gottesmann einen Biss in die Ferse, der ihn sehr schmerzte. Ungefähr vierzehn Jahre hielt der Heilige die Versuchung des Feindes aus. Nach dieser Zeit begab sich Jodok von Gottes Geist getrieben in ein schattiges Tal nahe am Meer, und schlug da für immer seine Wohnung auf. Er baute zwei Bethäuser zu Ehren der beiden Apostelfürsten. Er machte von da aus eine Wallfahrt nach Rom, weil Papst Martin ihn zu sehen verlangte. Er bekam von ihm einige Reliquien und kehrte zurück. Mit einer großen Feier wurden diese Reliquien in die von Haymon neu aufgebaute St. Martinskirche beigesetzt. Bei dieser Feier wurde dem heiligen Überbringer während des heiligen Messopfers eine Hand gezeigt, die ihn segnete, und eine Stimme wurde gehört, die sprach: „Dem, der die zeitliche Krone verachtet, ist eine ewige bereitet.“ Schließlich hat Jodok, der im Fleisch wie ein Engel gelebt, sein Leben selig beschlossen und seine Seele unter Begleitung der Engel in herrlichem Glanz und Wohlgeruch dem Himmel zugeschickt. So geschehen am 13. Dezember des Jahres 653. Sein Leichnam wurde mit großer Feierlichkeit begraben. Bei Lebzeiten wurde ein Mädchen durch sein Handwasser sehend. Auf sein Gebet entquoll ein Brunnen im Wald. Viele Wunder geschahen bei seinem Grab. So schrieb Fortunas, ein Abt, des von Jodok gestifteten Klosters.