Die heilige Isabella (Elisabeth) von Frankreich, Klostergründerin der Franziskaner-Klarissen, + 22.2.1270 – Fest: 22. Februar

 

Isabella, die einzige und würdige Schwester Ludwigs des Heiligen, geboren im Jahr 1225, verlor schon im frühesten Alter ihren Vater, Ludwig VIII., König von Frankreich, hatte jedoch an ihrer frommen und weisen Mutter Bianca eine vortreffliche Führerin. Isabella wurde nicht nur in weltlichen, sondern auch in religiösen und geistlichen Dingen gebildet und glänzte bald als Muster der Tugend.

 

Sie widmete sich vom dreizehnten Lebensjahr an ganz und gar dem Gebet, der Abtötung und guten Werken der Nächstenliebe, entsagte allem Prunk in der Kleidung und floh die Unterhaltungen und zerstreuenden Gesellschaften, wie sie nur konnte. Der Papst und ihre Verwandten drangen in sie, dem deutschen Kaiser die Hand zur Ehe zu bieten. Allein sie hielt an ihrem Gelübde der Reinheit unerschütterlich fest und berichtete dem Papst, sie wolle lieber die letzte unter gottgeweihten Jungfrauen als eine Kaiserin und die erste Frau der Welt sein. So wurde ihr denn gestattet, sich vom Geräusch der Welt zurückzuziehen und ein abgetötetes Leben zu führen.

 

Im Jahr 1252 gründete sie das Kloster Longchamp „Demut unserer Lieben Frau“, und trat nach dem Tod ihrer Mutter selbst in das Kloster ein. Sie verpflichtete sich jedoch wegen der Schwäche ihrer Gesundheit nicht durch ein Gelübde, sich dort beständig aufzuhalten. In den letzten zehn Jahren ihres Lebens suchte sie Gott mit schwerer Krankheit heim, die aber nur dazu diente, die engelgleiche Geduld Isabellas recht klar ans Licht zu stellen. Sie starb im sechsundvierzigsten Lebensjahr am 22. Februar 1270.

 

Eine Königstochter entsagt der Welt und nimmt den Schleier aus Liebe zur Reinheit. Welch hochherzige Gesinnung, welch edle Selbstentäußerung! Welch treue Beachtung des apostolischen Wortes: „Ich achte alles für Unrat, um Christus zu gewinnen.“ Wie klein hingegen ist das Opfer, dass du dem ewigen Bräutigam der Seelen zu bringen hast, und wie lange zögerst du noch, ihm dies Scherflein zu schenken?