Der selige Inácio de (Ignaz von) Azevedo und neununddreißig Gefährten aus der Gesellschaft Jesu, Martyrer, + 15.7.1570 – Fest: 15. Juli

 

Im Jahr 1570 errangen vierzig Jesuiten zusammen die Martyrerpalme. Das Haupt dieser glorreichen Schar war Ignatius von Azevedo. Er stammte aus einer erlauchten portugiesischen Familie und trat mit 20 Jahren nach Verzicht auf sein Erstgeburtsrecht 1548 zu Coimbra in das Noviziat der Gesellschaft Jesu. Er hatte bereits wichtige Ämter im Orden bekleidet, als im Jahr 1568 der heilige General Franz Borgia ihn mit besonderen Vollmachten versehen als Visitator nach Brasilien sandte.

 

Im Jahr 1570 kehrte Ignaz nach Europa zurück, um neue Hilfstruppen für die Bekehrung der Heiden zu holen. Mit siebzig jüngeren Ordensgenossen fuhr er von Lissabon ab. Gott offenbarte ihm, dass er mit seinen Gefährten bald den Martertod erleiden würde. Deshalb sprach er zu ihnen: „Fasst Mut, teure Mitbrüder, Gott hat euch in seiner Barmherzigkeit eine überaus glorreiche Bestimmung aufgespart. Fürchtet weder die Wut noch das Schwert der Feinde Christi. Erhebt euren Blick gen Himmel, schaut die Krone, die euch dort bereitet ist.“ Auf der Fahrt hörte man ihn wiederholt beten: „O, mein Gott, möchte es doch wahr werden, dass ich das Glück haben soll für Dich zu sterben.“ Bei den kanarischen Inseln wurde ein Teil der Flottille, bei dem sich vierzig Jesuiten befanden, von Seeräubern überfallen. Ihr Anführer war Soria, ein verbissenen Kalvinist. Er rückte mit vier Schiffen heran. Es entspann sich ein heftiger Kampf. Ignatius mit dem Muttergottesbild, das der heilige Papst Pius V. ihm geschenkt hatte, in der Hand, stand vor den Seinen, ermutigte sie und betete die Lauretanische Litanei. Die Mannschaft musste sich der großen Überzahl ergeben. Soria gab Befehl, die Besatzung zu schonen, aber die Jesuiten zu töten. Der erste, der den Mördern begegnete, war Azevedo. Sie versetzten ihm einen Hieb auf den Kopf und durchbohrten ihn mit den Lanzen. Sterbend sank er nieder und bekannte, dass er für den katholischen Glauben sterbe. Die anderen wurden ihrer Kleider beraubt, schimpflich verhöhnt, mit Fäusten geschlagen, mit Lanzen durchbohrt und ins Meer geworfen. Doch fügte Gott es, dass ein Laienbruder am Leben blieb, damit er den Heldentod mit allen Einzelheiten erzählen könnte. Er war nämlich Koch; deshalb meinten die Wüteriche, er könne ihnen gute Dienste leisten.

 

Aber die Zahl vierzig blieb doch voll. Der junge Neffe des Kapitäns stellte sich unerschrocken vor die Mörder hin und erklärte: „Auch ich bin in die Gesellschaft Jesu aufgenommen.“ Er trug noch Weltkleider, weil kein Ordenskleid vorrätig war. Deshalb achteten die Wüteriche nicht auf seine Worte. Da lief er hinab, zog eines der blutigen Kleider der Ermordeten an und stellte sich von neuem als Jesuit. Dies erbitterte die Kalvinisten in dem Maße, dass sie ihn erdolchten und ins Meer warfen.

 

Unter den Blutzeugen waren zwei Priester, zwölf Scholastiker, sechzehn Laienbrüder und zehn Novizen. Die Leiche des seligen Azevedo, der das Muttergottesbild noch umklammerte, wurde von den Wellen ans Schiff getrieben. Ein Portugiese sah es und es gelang ihm das Bild zu retten, das bald als wundertätig verehrt wurde. Der Tag des glorreichen Martyriums war Samstag der 15. Juli 1570. Am selben Tag sah die heilige Theresia zu Avila in Spanien, wie 40 Martyrer in den Himmel aufstiegen.

 

Die Ehre der Altäre wurde den vierzig Martyrern durch Papst Pius IX. am 11. Mai 1854 zuerkannt.

 

Nicht umsonst hatte der selige Ignatius von Azevedo seine Mitbrüder ermuntert durch den Aufblick zum Himmel, wo sie alle bald vereint sein würden. Wie groß muss doch die Herrlichkeit des Himmels sein, wenn beim Gedanken daran alle bereit waren, ihr junges Leben für den Heiland hinzugeben!