Der heilige Heliodor, Bischof von Altinum bei Venedig, + 4. Jhd. - Fest: 3. Juli

       

Heliodor wurde am Anfang des vierten Jahrhunderts, wahrscheinlich in Stridon in Dalmatien, wie der heilige Hieronymus, geboren und von christlichen Eltern gottesfürchtig erzogen.

 

„Wer Gott fürchtet, wird durch die Zeit des Glücks wie des Unglücks sicher gehen“, lesen wir in der Heiligen Schrift. Die Furcht des Herrn bewahrte daher unseren Heiligen im Hoflager, wie im Soldatenstand vor Ausschweifungen. Die Sorge für sein Seelenheil lag ihm so sehr am Herzen, dass er „um des Himmelreiches willen“ den Freuden der Ehe entsagte und sich zu den Einsiedlern in den Orient begeben wollte, um von diesen in den Wegen der Gottseligkeit gründlich unterwiesen zu werden. Er trat aber diese Reise nicht an, als er in Aquileja an dem heiligen Hieronymus einen erleuchteten Führer auf dem Weg des Heils gefunden hatte. Bei ihm beschäftigte er sich mit der Lesung geistlicher Bücher und mit den Übungen der Andacht. Dadurch gewann er, sowie durch eine Reise zusammen mit dem heiligen Hieronymus und anderer im Orient, wo sie die gottseligsten Männer besuchten, die Süßigkeiten des vertraulichen Umgangs mit Gott so lieb, dass er sich mit dem heiligen Hieronymus in die Einöde der Landschaft Chalcis begab, die an Syrien und Arabien grenzt, um durch strenge Abtötung und fromme Übungen allein für den Herrn zu leben. Nach einiger Zeit aber ging Heliodor, ungeachtet der Bitten seines Freundes, nach Italien zu seinem Vater zurück, und widmete sich dort dem Seelenheil seiner Schwester, deren Ehemann gestorben war, und ihres kleinen Sohnes Nepotian.

 

Darüber war nun der heilige Hieronymus sehr bekümmert, aus Furcht, er würde vielleicht wieder in die Fallstricke der Welt zurückkehren. Er schrieb ihm daher einen Brief, um ihn wieder zur Rückkehr in die Einöde zu bewegen. Es sollten ihn, setzte er hinzu, wenn ihn das Gewissen noch rufe, weder die zärtlichen Liebkosungen seiner Schwester, noch die Tränen weichherziger Eltern abhalten, in die Einsamkeit zu kommen, „wo die Blumen Christi herrlich blühen und in der die köstlichen Steine verborgen liegen, aus denen die Stadt des großen Königs erbaut ist“. Heliodor erbaute sich aber zum vertraulichen Umgang mit Gott in seinem Herzen ein einsames Kämmerlein, dass er eine Zeitlang mitten unter seinen Verwandten wie in der Einöde von Chalcis lebte.

 

Als er an dem Sohn seiner Schwester die Erziehung zur mündlichen Selbstleitung vollendet zu haben glaubte, verließ er sein Vaterland auf immer, um Gott unter den gottseligen Geistlichen in Aquileja aufs eifrigste zu dienen. Hier erwarb er sich bald durch seine Kenntnisse und Frömmigkeit die Liebe dieser heiligen Gemeinde in einem so hohen Grad, dass er zum Bischof von Altino geweiht wurde. Man hatte aber große Mühe, ihn zur Annahme der bischöflichen Würde zu überzeugen. Er weidete seine Herde mit einer Weisheit, Liebe und Sorgfalt, dass er unter die Kirchenväter jener Zeit gezählt wurde. Bei der Kirchenversammlung zu Aquileja wider die Irrlehren des Arius und Apollinarius im Jahr 381 lernte er den heiligen Ambrosius kennen und lebte von nun an mit ihm in vertraulicher Freundschaft. Der heilige Hieronymus bezeugt in einem Brief, dass unser Heiliger als Bischof mit dieser Würde die Lebensweise eines Einsiedlers vereinigt habe.

 

Der heilige Heliodor starb gegen Ende des vierten Jahrhunderts.