Der heilige Gabriel Perboyre, Mönch, Priester, Märtyrer, + 11.9.1840 – Fest: 11. September

 

Heute soll eines Mannes gedacht werden, der, ein Martyrer, glorreich und glanzvoll, uns zeitlich nahesteht und dessen Lebensschicksal wie ein herrliches Lied der Treue zu Christus die Herzen mit Hochsinn und Edelmut erfüllt. Es ist der am 10. November 1889 durch Papst Leo XIII. selig- und am 2. Juni 1996 durch Papst Johannes Paul II. heiliggesprochene Gabriel Perboyre. Und damit die Zunge nicht über den fremdklingenden Namen stolpert, sei erwähnt, dass man ihn Per-bu-ar ausspricht.

 

Der heilige Gabriel Perboyre wurde im Jahr 1802 irgendwo in Frankreich geboren. Von Kind an wollte er Missionar werden, wollte noch mehr, wollte – denk einer an! – Martyrer werden. Das war doch sicher nur eine kindische Schwärmerei, und die Zukunft sollte zeigen, dass aus dem Jungen wirklich ein Blutzeuge wurde.

 

Um zunächst einmal Missionar zu werden, trat Perboyre mit jungen Jahren in den Orden des heiligen Vinzenz von Paul ein und lernte so eifrig und fleißig, dass er bereits mit dreiundzwanzig Jahren die heilige Priesterweihe empfing. Gleich darauf meldete er sich für die Mission in China. Deswegen wollte er unter allen Umständen nach China, weil dort damals eine grausame Christenverfolgung wütete und weil dort demgemäß der Martertod sehr billig war. So einer war der Pater Gabriel Perboyre, ein junger Mann, der Schneid hatte, ein edler Held, der bereit und hell begeistert war, um für Christus und die Seelen das Leben in die Schanze zu schlagen.

 

Gabriel Perboyre wollte als Missionar nach China reisen, aber die Obern ließen ihn vorläufig nicht ziehen, sondern machten ihn zum Lehrer an einer Ordensschule, und zwölf Jahre gingen erst ins Land, bevor sich Pater Gabriel nach dem fernen Missionsgebiet begeben durfte. Am Tag aber, da er in See stach, begann ein Heldenleben voll Ruhm und Ehre ohnegleichen.

 

Vier Monate dauerte die Reise auf gebrechlichem Schiff bis an Chinas Grenzen. Um nicht aufzufallen, legte Perboyre chinesische Tracht an und ließ Zopf und Schnurrbart prächtig wachsen, so dass er bis auf die Schlitzaugen, die er sich trotz aller Bemühungen nicht anquälen konnte, auf ein Haar einem waschechten Chinesen glich. Obwohl er wusste, dass allen Europäern das Betreten chinesischen Bodens unter Todesstrafe verboten war, überschritt der Held kühn die Grenze, um unter den treugebliebenen Christen in China, dreißigtausend an der Zahl und weit zerstreut im Land, als Priester zu wirken.

 

Zu Fuß oder auf harten, ungefederten Ochsenkarren, von treuen Heidenchristen geleitet, hungernd und frierend, oft bis auf die Haut durchnässt, wanderte der Missionar durch das riesige Missionsgebiet. Auf freiem Feld oder in schmutzigen Herbergen übernachtete er, nicht selten argwöhnisch beäugt, immer in Gefahr, als Europäer erkannt und gefasst zu werden. Durch tausend Abenteuer schlug er sich durch. Oft genug wollte dem Mutigen der Mut entsinken, doch stets raffte er sich mutvoll wieder auf. Der Seeleneifer stieß und trieb ihn voran, je länger, je mehr, bis nach vierjährigem Segensreichem Wirken endlich sein hochherziges Gebet um die Gnade des Martertodes Erhörung fand.

 

 

Perboyres Martyrium gleicht Strich um Strich dem bitteren Leiden und Sterben des Heilandes. Wie der Heiland, so wurde auch Perboyre von einem treulosen Christen um dreißig Silberlinge verraten und verkauft. Wie der Heiland, so wurde auch Perboyre von Gericht zu Gericht, von Verhör zu Verhör geschleppt. Wie der Heiland, so wurde auch Perboyre geschlagen und angespien, wurde gegeißelt und gemeinen Verbrechern gleichgestellt, wurde unter Spott und Hohn zur Richtstätte geführt und schließlich an einem Galgen von der Art eines Kreuzes erdrosselt. So vollendete Pater Gabriel Perboyre am 11, September 1840 im Alter von erst achtunddreißig Jahren sein glorreiches Martyrium. Der Heiland hat das Gebet des hochgemuten Jüngers erhört und ihm die höchste Auszeichnung verliehen, die er zu vergeben hat. Perboyre erhielt die lang- und heißersehnte Gnade, in größter Ähnlichkeit mit dem Heiland leiden und sterben zu dürfen.