Der heilige Franziskus von Solanus, spanischer Priester OFM, + in Lima, Peru, 14.7.1610 – Fest: 14. Juli

 

Franziskus war von seiner Kindheit an mit dem Siegel der Auserwählung bezeichnet, das heißt, er hatte eine große Andacht zur Mutter Gottes. Er war im Jahr 1549, am 10. März, von frommen und vornehmen Eltern zu Montilla in Spanien geboren worden, und trat, zwanzig Jahre alt in den Orden des heiligen Franziskus. Nachdem er durch das feierliche Gelübde Mitglied dieser Genossenschaft und danach Priester geworden war, bemühte er sich durch alle Mittel, die ihm zu Gebote standen, die Marienverehrung zu verbreiten. Und wenn er die besonderen Vorzüge betrachtete, womit Gott dieses vollkommene Geschöpf vorzugsweise vor allen anderen begünstigt hatte, so machte er seinem Entzücken in folgenden Worten Luft: „Ich freue mich mit dir, o heilige Jungfrau, und wünsche mir Glück, dass Gott dich so schön, so heilig, so rein geschaffen hat.“ Er sang oft das Lob Mariens, und wenn er es sang, wurde er von einer solchen Freude überströmt, dass er in Verzückung fiel.

 

Als er einmal in die Kirche ging, begegnete er einem anderen Mönch, dem er sagte: „Ich will vor der liebenswürdigen Jungfrau singen, sie erwartet mich.“ Der Bruder ging ihm ungesehen nach, und sah ihn, wie er ganz nah beim Marienaltar mit lauter Stimme ein Loblied anstimmte, und seine Freude durch ausdrucksvolle Gebärden zu erkennen gab. Dann kniete er nieder, und blieb lange im Gebet. Ein anderer Bruder wollte ihn überreden, er solle in ein anderes Kloster gehen, um seinem Geist Erholung zu verschaffen, und ihn von seinen fortwährenden Abtötungen abzuziehen. Franziskus aber antwortete: „Ich finde in diesem Kloster meine Wonne und meine Erholung, denn ich kann nach Muße mit derjenigen verkehren, die mich in meiner Betrübnis tröstet.“ Nach diesen Worten führte er den Bruder in die Kirche, vor den Altar der heiligen Jungfrau, hob mit der Hand die Leinwand weg, die das heilige Bild bedeckte, zeigte es dem Mönch und sagte: „Hier ist meine Gebieterin“, wobei er Tränen der Liebe vergoss.

 

Er bewahrte diese zarte Andacht zur heiligen Jungfrau bis zu seinem letzten Atemzug, als er auf dem Totenbett lag, verlangte er, dass man ihm das Magnifikat und die Hymnen singen soll, die die Kirche dem Lob der mächtigen Gottesmutter geweiht hat.