Der gottselige Ferdinand Hamer, Missionsbischof aus der Gesellschaft von Scheutveld, Apostel der Südmongolei, Martyrer, + 25.7.1900 – Gedenktag: 25. Juli

 

Eine der größten Zierden der neuzeitlichen Missionsgeschichte, im Besonderen der chinesischen, die jetzt mehr denn je alle Aufmerksamkeit verdient, ist der Martyrerbischof Hamer. In vielfacher Hinsicht kann er als echter Typus eines katholischen Glaubensboten und Missionsbischofs gelten. Seine lange, mühe- und opferreiche apostolische Laufbahn ist mit dem glorreichen Martyrertod gekrönt, dem herrlichsten Lohn seines heiligmäßigen Lebens.

 

Nimwegen in der holländischen Provinz Gelderland, die Vaterstadt des heiligen Petrus Canisius, ist auch die Geburtsstadt Hamers. Im Jahr 1902 hat sie ihm ein prachtvolles Denkmal gesetzt. Die durch Gottesfurcht und Glaubenstreue ausgezeichnete Familie Ferdinands, in der er am 21. August 1840 geboren wurde, schenkte von ihren sechs Söhnen noch zwei dem geistlichen Stand, und zwar dem Franziskaner- und Jesuitenorden. Ferdinand wurde, nach dem Besuch des Knabenseminar in Kuilenburg und des Priesterseminars in Rysenburg, am 16. August 1864 in Utrecht mit der Priesterwürde geschmückt. Begeistert für das Missionswerk, schloss er sich mit jungpriesterlichem Eifer der eben entstandenen belgischen Scheutvelder Missionsgesellschaft vom Unbefleckten Herzen Mariä an, als deren Mitbegründer er gelten kann. Er war einer der fünf mutigen Pioniere, die bereits im Jahr darauf die weite Fahrt nach den mongolischen Steppen wagten, dem Arbeitsfeld, das vom Heiligen Stuhl der neuen Kongregation anvertraut wurde. Mit dem Segen des Heiligen Vaters Pius IX. ausgerüstet, traf Hamer nach zweimonatiger Ozeanfahrt Ende November 1865 in der Hauptstadt Chinas, in Peking, ein. In feierlichem Zug unter den Freudenbezeigungen der rein christlichen Bevölkerung wurde der neue Missionar in die Hauptstation der mongolischen Mission, Si-wan-tze, unweit der chinesischen Grenze, eingeführt. So friedlich herzlich war der Eingang, feindselig grausam sollte der Ausgang werden.

 

Pater Hamer war für den Distrikt der „Schwarzen Wasser“, Che-schwi, ausersehen, der achtzehn Tagereisen von Si-wan-tze entfernt war. Im Land herrschte infolge anhaltender Dürre gerade Hungersnot, die wiederum das Räuberhandwerk sehr begünstigte. Trotzdem verlief die Reise glücklich. Erhebendere Bilder des Missionslebens boten sich auf den Zwischenstationen, die keinen Priester hatten und im Jahr höchstens einmal besucht werden konnten. In einem Ort, zu dessen Besuche Pater Hamer und sein Begleiter, ein junger chinesischer Priester, eingeladen worden, fanden sich vierundzwanzig Familien, die den heiligen Glauben angenommen hatten und von einem Christen aus Si-wan-tze unterrichtet worden waren. Dreißig Personen hatten einen Weg von achtzig Stunden gemacht, um der Gnade der heiligen Taufe teilhaftig zu werden. Einhundertdreißig andere verlangten gleichfalls sehnsüchtig nach den Wassern des Heils. Die Freude und Andacht der neuen Gläubigen war außerordentlich groß. Groß auch das Glück des Missionars! Kein Opfer konnte es aufwiegen: nicht der Verzicht auf europäische Bequemlichkeiten, das Sichfügen in ungewohnte Sitten, Gebräuche und Nahrungsweise, das mühevolle Erlernen der chinesischen Sprache. Die Liebe überwand alles.

 

Der Haupt- und Pfarrsitz Pater Hamers, von wo aus er die weit entlegenen einundzwanzig Dörfer mit ihren 1690 getauften Christen der Reihe nach auf vielmonatigen Wanderungen besuchte, war Ku-li-teu. Die Kirche glich eher einer Scheune als einem Gotteshaus. Gar ärmlich war die Einrichtung. Ein mit Papier überklebter Altartisch, sechs zinnerne Leuchter, ein kupferner Kelch bildeten den ganzen Reichtum der Missionskirche. Gleich ärmlich war seine Wohnung. Darin waren die Fenster mit Papier verklebt. Aber der apostolische Mann war damit wohl zufrieden. „Alles gefällt mir sehr gut,“ meldete er nach Hause. „Ich bin allen Arbeiten gewachsen, Ermüdungen kenne ich nicht. Der einzige und größte Kummer, den ich habe, ist der, so viele unglückliche Heiden und all die Götzentempel sehen zu müssen. Könnte ich doch all die Armen zur ewigen Seligkeit führen!“ Ein siebzehnstündiger Ritt an einem Tag machte ihm kaum einige Beschwerden. Den kalten mongolischen Winter mit seinen 35° Celsius Kälte, bei Mangel geeigneter Feuerung, überstand er ohne Schaden. Dank dieser kernigen niederländischen Natur und seines großen apostolischen Eifers, verbunden mit Klugheit und Geduld, erzielte Pater Ferdinand ausgezeichnete Erfolge. Als aber mit dem raschen Tod des Stifters der Kongregation, des Paters Theophil Verbiest, die Mission einen schweren Verlust erlitt, wurde Hamer als vorläufiger Provikar nach Si-wan-tze zurückgerufen. Alle Sorgen, Nöte, Schwierigkeiten und Anliegen der Mission liefen nun in seiner Hand zusammen. Daneben oblag ihm die Leitung und Einführung der von Europa eintreffenden jungen Missionare in ihr Amt. Seine Erfahrung und vor allem sein Beispiel der Entsagung und eines unermüdlichen Seeleneifers machten ihn zum trefflichsten Lehrmeister geeignet. Als guter Rechner wusste er auch die ungünstige wirtschaftliche Lage der Mission in Ordnung zu halten, obwohl die Hilfsmittel spärlich flossen, die Bedürfnisse des Distriktes aber immer stiegen. Sein praktischer Verstand kam dem Liebhaber apostolischer Armut sehr zu statten und griff selbst in die untersten Bedürfnisse des Haushaltes ein. So glückte es ihm, die Mittel zu einer neuen Zentralstation zusammenzubringen, und trotz der schlimmen Zeitverhältnisse (1871) eine rein mongolische Gemeinde zu schaffen, während die bisherige Mission hauptsächlich den Chinesen zugutekam. Unter dem neuernannten Provikar und späteren apostolischen Vikar der Zentralmongolei, Pater Jakob Bax, hatte dann Hamer als Begleiter auf den weiten Visitationsreisen Gelegenheit, durch zeitweilige Hilfeleistung auf neuerrichteten Posten sich der eigentlichen Missionstätigkeit wieder zu widmen.

 

So hatte die göttliche Vorsehung den unermüdlichen, gottbegeisterten Glaubensboten durch eine gute Schule hindurchgeführt, die ihn zu der noch verantwortungsvolleren Stellung eines apostolischen Vikars in Kansu befähigte. Am 13. Juli 1878 vom Heiligen Vater dazu ernannt, erhielt Pater Hamer von Bischof Jakob Bax, seinem Oberen, am 28. Oktober die bischöfliche Weihe. Mit drei Missionaren bezog er den neuen Wirkungskreis. Die Provinz Kansu, mit dem Gebiet von Jli von gewaltiger Ausdehnung, liegt nicht wie die Mongolei außerhalb, sondern innerhalb der großen chinesischen Mauer. Als Grenzprovinz war sie stark von chinesischen Truppen besetzt, die aus der Hefe des Volkes stammend, mehr zu fürchten waren als die Feinde selbst. Vorausgehende Hungersnot, Kriegsgefahr und die offene Christenfeindlichkeit des Vizekönigs machten die Verhältnisse zu den denkbar schwierigsten. Nur ein Mann des Gehorsams und des Gottvertrauens wie Ferdinand Hamer vermochte eine so überaus schwierige Aufgabe in Angriff zu nehmen. Wahrhaftig, dieses Bischofskreuz war schwer, eine schier unerträgliche Bürde! Doch im Namen Gottes trug er es. So ging der mutige Bischof mit klarem Blick, mit Entschiedenheit und der Hilfskraft des Gebetes an die Wiederinstandsetzung des arg vernachlässigten christlichen Saatfeldes oder besser an den Neubruch der Wildnis. Er sorgte für tüchtige Katecheten, errichtete ein kleines Seminar zur Heranbildung eines einheimischen Klerus, gründete nach Möglichkeit in allen Stationen Schulen, führte einen einheitlichen Katechismus ein und bestand darauf, dass das in China übliche gemeinsame Absingen der Glaubenswahrheiten in der Kirche wieder aufgenommen werde. Da die wenigsten Christen lesen konnten, musste ihnen so der Katechismus zum unverlierbaren Eigentum gemacht werden. Gegen verderbliche Missbräuche, besonders das Opiumrauchen und den Mohnanbau, der zur Opiumgewinnung dient, schritt er bei seinen Christen ohne Schonung ein. Die traurige Lage der Provinz machte die Errichtung von Waisen- und Findelhäusern, Greisenasylen und ähnlichen Anstalten besonders vordringlich. Es ist wunderbar, wieviel der besorgte, umsichtige Oberhirte mit den so spärlich fließenden Mitteln zustande brachte und welch segensreichen Einfluss sein festes Auftreten auf die bisher so mutlosen Christen ausübte. Jährlich vereinigte er sich mit seinen Missionaren an seinem Sitz in Leang-tscheu zu Exerzitien. An diesem erprobten Mittel hielt er unverbrüchlich fest. In den wenigen ruhigen Monaten, wo ihn nicht die bischöflichen Visitationsreisen bei größter Hitze und Kälte, durch weglose Berglandschaften, über brückenlose Flüsse und durch unwegsamen Urwald führten, beobachtete er eine fast klösterliche Tagesordnung. Bei aller Arbeitslust und trotz Wanderleben – „Nichts als Umherziehen“, schrieb er einmal scherzend nach Hause – war der gottselige Bischof in hohem Grad ein Mann des inneren Lebens und des Gebetes. Auf seinen weiten Fahrten war das Gebet sein begleitender Engel. Daheim aber zog es ihn immer wieder zum Heiland im lieben, nett tapezierten Kapellchen.

 

Im Jahr 1889 konnte der treubesorgte „gute Vater“ unter lebendigster Anteilnahme der Christen, die Reisen von mehr als einem Monat nicht scheuten, und selbst der Heiden der Nachbarschaft sein 25jähriges Priesterjubiläum feiern. Da aber seine Gesundheit durch ein hartnäckiges Magenleiden ernsthaft bedroht war, drängten seine Missionare zu einer Reise in die holländische Heimat und nach Rom. Nach Wiederherstellung der Gesundheit konnte ihn aber niemand mehr zurückhalten. „Ein Missionar stirbt wie ein wackerer Soldat auf dem Feld der Ehre“, erklärte Hamer und eilte wieder, 1891, in die Mongolei zurück, wo ihm ein neues Arbeitsfeld im Land der Ortos zugewiesen worden war. Das Land bestand aus sieben mongolischen Fürstentümern und ist nördlich der chinesischen Mauer in der großen Schleife des Hoangho, des Gelben Flusses, gelegen. In zehn Jahren unverdrossener Arbeit verdoppelte er die Zahl der Christen und vermehrte um das Sechsfache die der Katechumenen. Die Mission, die der fromme Bischof 1899 feierlich dem göttlichen Herzen Jesu geweiht hatte, nahm eine überaus günstige Entwicklung. In San-tao-ho hatte er eine schöne Kathedrale mit Totengruft für die Missionare erbauen können und dort glückliche Jahre verlebt. Trotzdem entschloss sich der uneigennützige, nun schon stark ergraute Oberhirte zu einer letzten, opfervollen Tat der Organisation. Er verlegte seine Residenz weiter nach Osten, nach Oel-sche-te-king-ti, weil sich der Schwerpunkt der Verwaltung der Mission dorthin verschoben hatte. Doch wie bald sollte der treue Verwalter des Weinbergs des Herrn seinen neuen Wohnsitz mit der himmlischen Residenz vertauschen!

 

Inzwischen war der Boxeraufstand ausgebrochen, der ja auch bei uns in Deutschland den älteren Zeitgenossen noch gut in Erinnerung ist. Wurden ja damals auch deutsche Soldaten zu seiner Niederwerfung ausgesandt. Im Juli 1900 war es klar, dass auch die Missionen im Norden, auch die der Ortos nicht mehr zu retten seien. Ein befreundeter Mongolenfürst riet dem Bischof, sich nach Westen, nach San-tao-ho, in Sicherheit zu bringen. Die um ihren Bischof versammelten Missionare erklärten bei ihm und den Christen ausharren zu wollen. Da aber der gute Vater der Seinen keinen anderen Ausweg mehr sah, als wenigstens die Missionare für eine bessere Zeit zu retten, befahl er ihnen, unter Berufung auf ihr Gelübde des Gehorsams, nach dem sicheren San-tao-ho zu fliehen. Er selber, ohnehin schon alt, wolle sein Leben für seine Christen und Missionare Gott zum Opfer bringen. Wirklich schlug er mit den zusammengeströmten Christen zwei Angriffe der Boxer siegreich ab. Doch die chinesische Regierung unterstützte selbst die Aufständischen. Der Bischof ließ sich durch vier chinesische Offiziere täuschen, die vorgaben, mit dem Schutz der Christen beauftragt zu sein. In der Nacht, da die Christen, von Nachtwachen ermüdet, im Schlaf lagen, erstürmten mehrere tausend Feinde die christliche Residenz. Der Bischof hieß die Seinigen sich durch Flucht retten. Einigen gelang es. Die Mehrzahl der Christen aber hielt bei ihrem Bischof aus. Beim Anblick der treuen Anhänglichkeit der Seinen flossen ihm die Tränen; auch die Menge weinte. Mit einer Schar von Frauen und Kindern begab sich der greise Hirte in die Kirche und betete vor dem Altar mit ausgestreckten Armen. Unterdessen wurden die Christen, die sich anfangs noch tapfer wehrten, von den übermächtigen Boxern und Soldaten niedergemacht. Mädchen und Kinder wurden zu einem Drittel getötet, die übrigen fortgeschleppt. Die chinesischen Schwestern wurden an Bäume gebunden und mit Lanzen und Säbeln durchbohrt. Zehn chinesische Soldaten waren in die Kirche gestürmt und bemächtigten sich des Bischofs, der sich widerstandslos gefangen gab. Es war der 20. Juli 1900. Man beraubte ihn teilweise seiner Kleider und schnitt ihm die Finger der rechten Hand ab, um ihn zu hindern, den Gläubigen den Segen zu spenden. Denn die Heiden schrieben diesem eine geheimnisvolle Kraft zu. Damit begann für den ehrwürdigen Greis eine fünftägige grausame Peinigung. Die wütenden Boxer banden ihm Hände und Füße, trugen ihn, an einer Stange befestigt, durchs Dorf und trieben ein schreckliches Spiel mit ihm. Unter anderem rissen sie ihm Haupt- und Barthaare in schmerzvollster Weise aus. Dann wurde der Bekenner auf einen Karren so gefesselt, dass er bloß auf den Knien ruhen konnte und bei jedem Stoß des Karrens mit dem Nacken sich an einem Messer verwundete, das man hinter ihm befestigt hatte. Damit er auf der dreistündigen Fahrt nicht dem Sonnenstich erliege, legte man ihm zeitweilig einen nassen Lappen aufs Haupt und gab ihm zu trinken. So oft er aber den Mund zum Beten öffnen wollte, warf man ihm Sand in den Schlund, schlug mit den Lanzen auf die Zähne oder ritzte seine Zunge.

 

In Tuo-Tscheng, zehn Stunden von dem Ort seiner Ergreifung entfernt, versuchte der Mandarin habgierig das vermeintliche Geld der Mission herauszubekommen. Da der Bischof jede Auskunft verweigerte, war sein Los entschieden. Es begann nun eine Reihe von entsetzlichen Torturen, noch schlimmer als die früheren, die eigentlichen Todesmartern. Man hatte das Fleisch auf der Brust des Bekenners bis auf die Knochen bloßgelegt, um an diese eine Kette zu befestigen. Bei einem dreistündigen Umzug durch die Stadt überschüttete der zusammengelaufene Pöbel den „alten Teufel des Westens“, wie eine Inschrift am Kopf Hamers ihn nannte, mit aller Art von Unbilden. Zum gleichen Zweck führte man ihn auf einem Karren nach dem zwei Meilen entfernten Ho-Keu. Gefesselt musste er auf einem spitzen Instrument sitzen, so dass dem armen Dulder öfter die Besinnung schwand, was die Unmenschen nur zu weiterem Spott reizte. Am dritten Tag dieser Quälereien und Misshandlungen, am 25. Juli, führte man ihn wieder nach Tuo-Tscheng zurück und hier endlich zum letzten Todesgang auf das Blachfeld vor die Stadt hinaus. Dort wurde der Martyrer auf drei Pfähle, die man in die Erde getrieben und oben zugespitzt hatte, festgebunden. Dann lösten die Henker das Fleisch vom Rücken, schnitten ihm der Reihe nach Hände, Füße, Ohren und Nase ab, banden ihn dann aufrecht an jenes Pfahlgerüst, umwickelten ihm Beine und Unterleib mit Watte, die mit Öl und Fett getränkt war, und zündete diese schließlich an. Der furchtbare Schmerz erpresste dem armen Opfer nur einige tiefe Seufzer; mit übermenschlicher Geduld litt der christliche Held. Da das Feuer immer wieder erlosch und der Tod noch zu zögern schien, schlitzten die Unmenschen dem Bekenner den Leib auf, rissen das Herz heraus zu abergläubischer Verwendung und trennten endlich das Haupt vom Rumpf. Es blieb mehrere Tage aufgespießt.

 

So endete glorreich ein Martyrer der neuesten Zeit, unserer Zeit, der große Martyrerbischof Ferdinand Hamer nach einer furchtbaren, drei volle Tage dauernden Marter. Bis zum letzten Atemzug hat er seine unerschütterliche Ruhe und Sanftmut bewahrt und, seinem Meister gleich, mitten in den Qualen für seine Peiniger gebetet. Es treffen hier alle Bedingungen zusammen, um in dem Bekenner Christi einen wahren Martyrer verehren zu können. Den Christen der Mongolei und Chinas ist Hamer das geworden, was wir an unseren heimischen Glaubensboten so dankbar preisen, der Vater des Glaubens, dessen Aussaat er mit seinem Blut beglaubigte. Dass ihn die Kirche in die Reihe der Seligen stellen wird, hoffen zuversichtlich die Christen im Reich der Mitte, die holländischen Landsleute und gewiss auch die Missionare und Gläubigen der ganzen Christenheit.

 

Gilt auch diesem von Arbeit aufgeriebenen, grausam misshandelten und schmählich gepfählten Sendboten, was Jesus Christus, das Haupt der Missionare, der große Abgesandte des Vaters, seinen Gesandten, den Aposteln, verhieß: „Geht hinaus und lehrt alle Völker! . . . Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt!“ Ja, gerade ihm am meisten! „Der Knecht ist ja nicht größer als sein Herr“ (Johannes 15,20). Hat der Herr und Meister sich hingeopfert für die Seinen, so folgen ihm auch seine Sendboten im Opferleben. Und da ist der Herr wirklich bei ihnen mit seiner Kraft und Gnade, ist ihr Leiter und Begleiter bis ans Ende, ist ihr „überaus großer Lohn“ in der Auferstehung. Bist nicht auch du gesendet? Berufen zum Opfer durch Gebet, Almosen und Ertragen der täglichen Beschwerden für Jesus und sein Reich, für die Bekehrung der Heiden und Ungläubigen? Dann ist Jesus auch bei dir!