Der heilige Felan/Fillan von Schottland, Einsiedler-Abt, + 9.1.750 – Fest: 9. Januar

 

Der heilige Felan gewann die Liebe zur Tugend sowohl durch den Unterricht als auch durch das schöne Beispiel Feriachs, seines Vaters, und der heiligen Kentigerna, seiner Mutter. Alle Vorteile, die ihm eine edle Gegurt und große Reichtümer versprachen, vermochten nicht, ihn in der Welt zurückzuhalten. Er wählte die klösterliche Einsamkeit bei der Stadt St. Andrews und empfing das Ordenskleid aus den Händen eines heiligen Abtes, Mundus genannt. Er liebte so sehr die Abgeschiedenheit von aller Welt, dass er mehrere Jahre in einer Zelle, die in einiger Entfernung vom Kloster erbaut war, verlebte. Und nicht ohne große Mühe konnte man ihn bewegen, sie zu verlassen, als er zum Abt erwählt worden war. Seine Tugend glänzte nun auf diesem Leuchter desto heller. Einige Zeit später legte er die Verwaltung der Abtei nieder, um sich zu Congan, seinem mütterlichen Oheim, an einen Ort, Siracht genannt, zurückzuziehen, der sich auf dem Berg Glendarchi, jetzt in der Grafschaft Fife, befand. Von sieben anderen frommen Personen unterstützt, erbaute er da eine Kirche, und führte lange Zeit bei ihr ein sehr frommes Leben. Er besaß auch die Gabe der Wunder. Er starb im siebten Jahrhundert und wurde zu Straphillin begraben, wo seine Reliquien stets verehrt wurden. Sein Name ist in dem alten schottischen und irländischen Kalender sehr berühmt (Alles, was vom heiligen Felan gesagt ist, ist aus dem Brevier von Aberdeen gezogen, und aus seiner handschriftlichen Lebensbeschreibung, die im schottischen Kollegium zu Paris aufbewahrt wird.). Schottlands Geschichtsschreiber ordnen dem Schutz des heiligen Felan den vollkommenen Sieg zu, den Robert Bruce über die Angelsachsen zu Bonnocborn, unweit von Sterling, erfochten hatte. Die Besiegten waren so geschlagen, dass Eduard II., ihr König, sich genötigt sah, über den Fluss Tweed, in einem Schiffernachen, mit einem einzigen Begleiter, zu setzen. Man darf aber diesen Heiligen nicht mit dem heiligen Finian, Bischof von Lindisfarn, verwechseln (16. März).