Die heiligen Ehegatten: Elzear und Delphina, der heilige Elzear von Sabron, Graf von Ariano, Italien, III. OFM, + 27.9.1323 – Fest: 27. September, die selige Delphina von Signe, Gräfin von Ariano, Italien, III. OFM, + 26.9.1369 – Gedenktag: 26. September

 

Der heilige Elzear hatte die gottselige Delphina zur Gemahlin, mit der er in ewiger Jungfräulichkeit lebte. Dieser seltene Vorzug war ein Geschenk, das sie durch die Vermittlung Mariens erhalten hatten. In der Tat flüchtete sich Delphina im Alter von zwölf Jahren, als ihre Eltern sie mit Elzear verbinden wollten, an eine Stätte fern von ihrem Haus und bat Maria vor einem ihrer Bildnisse inständig, ihr vielmehr ihren göttlichen Sohn Jesus zum Bräutigam zu geben.

 

Da schien es Delphina, als würde die seligste Jungfrau ihren Mantel heben und vertraulich zu ihr sagen: „Komm, meine Tochter, wir werden uns bemühen, dein Vorhaben zum Ziel zu führen.“ Wie dem auch sei, es überredete Delphina, die sich in der Folge, um neuen Kümmernissen auszuweichen, genötigt sah, Elzear zum Gatten zu nehmen, ihn dahin, ihre Jungfräulichkeit zu bewahren, und durch die Vermittlung der heiligsten Jungfrau erhielt sie die gewünschte Einwilligung. In kurzer Zeit war Elzear ein eifriger Diener Mariens. Er betete täglich ihre Tagzeiten und unter den Gesetzen, die er für seine Untergebenen festsetzte, bestand das Verbot, den Namen der Gottesmutter zu lästern. Auch gewährte Maria Elzear ganz besondere Gnaden.

 

Als er von einem Religiosen gefragt wurde, welche Gebetsweise er übe und was für einen Heiligen er sich hierin zum besonderen Patron erwählt habe, antwortete er: seine vornehmste Patronin und Beschützerin sei die gnadenreiche Jungfrau und Mutter Gottes Maria. Ehe er sich in das Gebet begebe, pflege er seine Armseligkeit zu bedenken und dann sich an Maria zu wenden mit der Bitte, sie möge seinen Geist und seinen Mund auf einen Gegenstand des Gebetes leiten, der ihrem gebenedeiten Sohn und ihr angenehm sei, und er müsse bekennen, sein Gebet gehe ihm immer von Statten, wenn er zuvor Maria mit dem Englischen Gruß begrüßt habe.

 

Am Tag Mariä Himmelfahrt verfiel er in eine himmlische Entzückung, aus der er mit einem von gänzlicher Geringschätzung der Welt ergriffenen Herzen hervorging. Vereint mit Delphina weihte er sich gänzlich dem Dienst Gottes und verharrte darin bis zu seinem Tod.

 

Die Vorschriften, die die beiden Eheleute ihrem Hausgesinde gaben, sind so vortrefflich und brauchbar, dass sie jeder in seinem Haus wird mit Nutzen einführen können.

 

1. Jeder Bewohner, Frauen und Männer, sollen an jedem Tag wenigstens eine Heilige Messe hören.

2. Alle sollen züchtig und keusch leben. Wer dagegen handelt, sei entlassen, damit nicht der Hausherr sich fremder Sünden teilhaftig mache.

3. Jede Woche einmal sollen die Familienglieder, sowie das ganze Gesinde dem Priester ihre Sünden beichten und jeden Monat das hochwürdige Sakrament des Altars empfangen.

4. Die Frauen sollen den Vormittag mit Andacht und Gebet, den Nachmittag aber mit Handarbeit zubringen und nie müßig gehen.

5. Niemand soll Gott oder seine werte Mutter oder einen Heiligen lästern, noch falsch oder leichtsinnig schwören oder unehrbare Reden führen, bei Strafe entweder auf dem Boden mit Wasser und Brot vorlieb zu nehmen, oder zwar die gewöhnliche Speise zu erhalten, aber den ganzen Tag in einem Zimmer verschlossen zu bleiben.

6. Niemand soll bei schwerer Strafe mit Würfeln oder einigen andern unzulässigen und unehrbaren Spielen sich vergnügen.

7. Sie sollen alle einander im ganzen Haus so liebhaben, und so friedlich miteinander leben, dass keiner den anderen mit Worten oder Werken erzürne. Oder wenn es je geschehen, sollen sie sich rasch wieder versöhnen.

8. Nach dem Mittagessen oder zu Abend soll täglich so viel wie möglich ein geistliches Gespräch unter den Hausleuten geführt werden von Gottes Wort. Und indes der eine redet, sollen die andern für ihn in der Stille beten, dass ihm Gott etwas Nützliches zur Ehre Gottes und ihrer Seelen Heil eingebe. Keiner soll ihm in die Rede fallen oder dagegen tun, bei Strafe aus dem Haus gestoßen zu werden.

 

Diese Satzungen hielt Elzear bei seinem Haus- und Hofgesinde streng, und wer sie in seiner eigenen Haushaltung ganz oder teilweise einführt, wird von oben nur Segen auf sich und sie Seinen herabziehen.

 

Elzear starb am 27. September 1323. Delphina lebte noch, als man ihren Gemahl unter die Heiligen setzte. Sie starb im Kloster der Klarissinnen zu Neapel, wohin sie sich zurückgezogen hatte, am 26. September 1369.