Der heilige Eligius, Goldschmied und Bischof von Noyon, Frankreich, + 1.12.659 - Fest: 1. Dezember

 

Der heilige Eligius, um 588 zu Cadillac geboren, wurde in einem Alter von zwölf Jahren von seinen Elternnach Limoges gebracht und bei dem berühmten Goldschmied und Münzmeister Abbo daselbst in die Lehre gegeben. Der Knabe bildete mit glühender Lernbegierde seine natürlichen Anlagen aus und machte in kurzer Zeit gewaltige Fortschritte. Mit seinem Eifer in der Kunst verband er eine feurige Liebe zu Gott und war ein Vorbild in der genauen Erfüllung aller Christenpflichten. In dieser Weise fuhr er fort, bis er zum Mann und vollendeten Meister herangereift war. Eine Geschäftsreise nach Paris gab ihm Gelegenheit, mit dem Schatzmeister Cobo bekannt zu werden, und dieser empfahl ihn als den Tüchtigsten in seinem Fach dem König Clotar II., der damals den Gedanken nährte, sich einen goldenen, mit Edelsteinen besetzten Thron anfertigen zu lassen. Eligius erhielt den Auftrag dazu und entledigte sich desselben mit solcher Geschicklichkeit und Redlichkeit, dass der König dem bewährten Mann von der Zeit an sein ganzes Vertrauen schenkte und ihn zu seinem Münzmeister erhob. Diese Würde beeinträchtigte jedoch nicht im Mindesten die Demut und Gottesfurcht des Heiligen, der nach wie vor alle freien Stunden dem Gebet widmete und mit Fasten und Wachen sich kasteiend im königlichen Palast wie in einem Kloster lebte. Seine Wohltätigkeit war grenzenlos, und was ihm die Freigebigkeit seines Herrn zukommen ließ, wurde als Almosen verteilt oder zur Loskaufung von Sklaven gebraucht. Nebenbei gründete er fromme Anstalten. Die erste dieser Stiftungen war die Abtei Solignac bei Limoges, und nicht lange nachher wandelte der Mann Gottes das schöne Haus in Paris, das er vom König erhalten hatte, in ein Frauenkloster um. In vorgerücktem Alter trat er dem Priesterstand bei und wurde nach dem 639 erfolgten Tod des heiligen Acharius auf den bischöflichen Stuhl von Noyon erhoben. Dies war sein eigentlicher Beruf, denn so schön es auch sein mochte, das Metall zu Bildern umzuformen, war es doch noch tausendmal schöner, aus den Seelen wahre Ebenbilder Gottes zu machen. Das tat er, indem er mit dem Eifer eines Apostels zum Volk predigte und es im Glauben und in der Liebe befestigte, die Sünder zur Buße brachte und die Heiden, deren damals noch viele in seiner Diözese sich fanden, zur Bekehrung. Flandern zumal verdankte ihm die Kunde des Evangeliums. Wie vordem gehörte auch jetzt der größte Teil seiner Einkünfte den Notleidenden. Täglich hatte er zwölf Arme an seinem Tisch, denen er die Speisen mit eigener Hand vorlegte. Nachdem er während eines fast zwanzigjährigen Waltens in seinem Sprengel die eingeschlichenen Missbräuche getilgt, die Kirchenzucht neu belebt und allenthalben wahrhaft christliche Sitte eingeführt hatte, unterlag er endlich den vielen für die Ehre Gottes und das Wohl des Nächsten ausgestandenen Mühen und beschloss sein heiliges Leben am 1. Dezember 659. Auf die Kunde von seiner Erkrankung war die Königin Bathilde mit ihren Söhnen und vielen Großen nach Noyon geeilt, um seinen letzten Segen zu empfangen. Sein Grab verzierte sie mit einem goldenen Kreuz, das sie aus ihren Armbändern hatte verfertigen lassen. Wie im Leben so auch nach seinem Tod wurde der treue Diener Gottes durch viele Wunder verherrlicht.