Der heilige Didakus von Alkala, Spanien, Laienbruder bei den Franziskanern, + 12.11.1463 - Fest: 12. November

       

Bei dem Heiligen vom heutigen Tag, einem Spanier, ist bereits der Name nicht ohne Interesse, denn Didakus heißt er auf Latein, spanisch aber lautet der Name Diego, wobei auch das e vollsilbig ausgesprochen wird, also Di-e-go. Das ist auf deutsch Jakob, und Jakob wollen wir daher den Tagesheiligen auch nennen.

 

Jakob war ein Armeleutekind, lernte weder lesen noch schreiben, wohl aber früh fleißig arbeiten, was sicher kein Fehler ist, denn Kinder, die zeitig zu rechter Arbeit angehalten werden, entwickeln sich später nicht leicht zu verspielten Menschen, wohl aber zu lebenstüchtigen Frauen und Männern.

 

Weil Jakobs Sinn nicht auf die Welt stand, ging er ins Kloster. Dort war er Koch und Küchenmeister.

 

Weil Bruder Jakob viel mit Gott verkehrte, teilte sich auch Gott ihm mit und gab dem ungelehrten Klosterbruder mit der Zeit ein solches Wissen um die übernatürlichen Dinge, dass selbst berühmte Gottesgelehrte nicht mehr mitkamen, sondern bei Bruder Jakob in die Schule gingen, der seine Kenntnisse übrigens nicht mühsam zu lernen brauchte, sondern von Gott eingegossen erhielt, wie man Öl in eine Lampe gießt, damit sie leuchte.

 

Später hat Bruder Jakob eine Zeitlang als Missionar unter den Heiden auf den Kanarischen Inseln an der Westküste Afrikas mit gutem Erfolg gewirkt. Noch später kam er als Krankenpfleger nach Rom. Da hat er viele gesund gemacht, oft durch ein einfaches Kreuzzeichen oder durch Öl, das er der Ampel entnahm, die vor dem Muttergottesaltar brannte. Die Leute behaupteten damals steif und fest, der Klosterbruder wirke Wunder. Die Aussage ist sicher nicht von der Hand zu weisen, denn mit Gottes Hilfe geschehen auf die Fürbitte der Heiligen Wunder zu allen Zeiten.

 

Als Bruder Jakob ein alter Mann geworden war, kehrte er nach Spanien heim, um dort zu sterben. Bevor er starb, musste er noch manche schmerzhafte Krankheit durchmachen. Schließlich schlug aber auch für ihn die letzte Stunde. Von Augenblick zu Augenblick verlangsamte sich der Atem und setzte endlich ganz aus, so dass die Mitbrüder, die am Sterbelager knieten und beteten, der Meinung waren, er sei bereits verschieden. Doch da öffnete Bruder Jakob noch einmal groß die Augen und lachte aus vollem Herzen, und als man ihn fragte, warum er denn lache, gab er zur Antwort: „Ich hätte nicht geglaubt, dass es im Paradies solch schöne Blumen gibt, wie ich sie soeben sah.“ Mit diesen Worten und dem Lächeln auf den Lippen ging Bruder Jakob gleich darauf hinüber in den Himmel, in den er kurz zuvor bereits einen Blick hatte werfen dürfen. 

 

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Aus anderen Quellen:

 

Der heilige Diego, ein Laienbruder aus dem Franziskanerorden, wurde in der Burg St. Nikola in der Diözese Sevilla geboren. Schon in seiner Jugend wurde er von einem heiligen Priester in den Grundlagen des vollkommenen Lebens unterrichtet. Das große Verlangen, Jesus dem Gekreuzigten nachzufolgen, veranlasste ihn, der Welt für immer zu entsagen, in den Franziskanerorden einzutreten, um als Laienbruder dort die Gelübde abzulegen. Mit einem Priester zusammen auf die kanarischen Inseln gesandt, bewies er einen unermüdlichen Eifer in der Bekehrung der Götzendiener und wurde, obwohl nur ein Laie, von seinem Obern zum Guardian eines Klosters ernannt, das auf der Insel Fuerteventura gegründet worden war. Darauffolgend wieder nach Spanien zurückgekehrt, wohnte er in verschiedenen Klöstern seines Ordens, ohne in seinem Eifer nachzulassen, und war so in Gott versunken, dass er nur zu ihm und von ihm reden konnte. Im Jahr 1450, wo der heilige Bernhardin von Siena aus dem Franziskanerorden heiliggesprochen wurde, begab er sich nach Rom und diente während seines Aufenthalts dort den Kranken seines Ordens mit einer Liebe, die nur ein Heiliger ausüben kann. Als er wieder nach Spanien zurückgekehrt war, brachte er den größten Teil seines übrigen Lebens in den Klöstern von Sevilla, Saussaya und Alcala zu und ging jeden Tag mit großen Schritten weiter in der Vollkommenheit. Er starb ruhig im Herrn, am 12. November 1463, und wurde nach seinem Tod von Gott durch viele Wunder verherrlicht.

 

 

Der heilige Diego tat sich besonders durch seine Verehrung für die heilige Jungfrau hervor. Er fastete alle Samstage und am Vorabend ihrer Feste bei Wasser und Brot. Bei seinen Unternehmungen nahm er zu ihr mit dem größten Vertrauen seine Zuflucht. Er hatte auch die Gewohnheit, mit dem Öl ihrer Lampe die Kranken zu bestreichen, die zu ihm kamen, worauf er sie mit dem Zeichen des Kreuzes bezeichnete, wodurch viele geheilt wurden. Einmal begegnete er zu Sevilla einer armen Frau, die ein entsetzliches Geschrei ausstieß, wie wenn sie in einem Zustand des Wahnsinns gewesen wäre. Die Ursache ihrer Schmerzen war der Verlust ihres Sohnes, der sich in einem Ofen versteckt hatte, in den man ohne zu wissen, dass er sich darin befand, Feuer anzündete. Die unglückliche Mutter, die ihm nicht helfen konnte, weinte, jammerte, war außer sich. Der Heilige hatte Mitleid mit ihr und riet ihr, in die Hauptkirche zu gehen, sich vor dem Bildnis der seligsten Jungfrau anzuempfehlen, auf Gott zu hoffen, und ihr Sohn werde gerettet werden. Die arme Mutter folgte diesem Rat, und die seligste Jungfrau nahm ihren Sohn auf so wunderbare Weise in Schutz, dass man ihn unversehrt aus dem Ofen brachte, obwohl das Holz, das man eingelegt hatte, gänzlich verbrannt war. Das Gerücht von diesem Wunder verbreitete sich in der Stadt, und vermehrte die Verehrung zum Bildnis der heiligen Jungfrau, dem man in der Folge viele andere Wunder verdankte. Um die Herrlichkeit seiner heiligen Mutter an das Licht zu bringen, bediente sich Gott der zärtlichen Liebe, die der heilige Diego für sie hegte.