Der heilige Clarus, Abt zu Vienne, Dauphine, + 1.1.660 – Fest: 1. Januar

 

Der heilige Clarus, geboren zu Vienne, war noch ein Kind, als er seinen Vater verlor. Seine Mutter, eine wegen ihrer Frömmigkeit sehr geschätzte Frau, bildete ihn früh zur christlichen Tugend heran; führte ihn oft mit sich in die Kirche und in die Klöster, übergab ihn schließlich ganz den Religiosen des Klosters St. Ferreol, und zog sich selbst in jenes von Ste. Blandine zurück. Der junge Clarus gelangte in der Folge zu einem solchen Ruf der Heiligkeit, dass er durch den Bischof von Vienne zum Abt von St. Marcel erhoben wurde, und man ihm auch die Leitung der Klosterfrauen von Ste. Blandine anvertraute.

 

Damals war im Bistum Vienne, dem der heilige Cadoldus als Oberhirte vorstand, eine große Anzahl von Klöstern. Man zählte vierhundert Ordensmänner in jenen von Grigni, wovon das vornehmste den Namen des heiligen Ferrutius trug. In dercAbtei zum heiligen Petrus in Vienne waren fünfhundert, dreihundertdreißig sowohl im Kloster zum heiligen Martinus, als in jenem zum heiligen Marcellus, zum heiligen Gervasius, zum heiligen Johannes und heiligen Vincenz. Die drei Klöster zum heiligen Andreas hatten jedes hundert Klosterfrauen. In jenem zum heiligen Nicetius waren fünfzig und in dem zur heiligen Columba dreißig. Die Abtei zur heiligen Blandina war von fünfundzwanzig Witwen bewohnt. Der heilige Clarus wurde das vollkommenste Muster eines heiligen Vorstehers. Auch war ihm die Gabe der Wunder erteilt, und der Verfasser seiner Lebensbeschreibung führt mehrere an. In der Krankheit, die ihn dem Grab überlieferte, sagte er seinen Schülern die Verwüstungen der Vandalen und Sarazenen voraus, die nach beiläufig zweiundsiebzig Jahren über das Land kamen. Man liest in seinen Akten, dass drei Tage vor seinem Tod die heilige Blandina ihm erschien, und den Augenblick, wo er von dieser Welt scheiden sollte, zu erkennen gegeben habe. Er ließ sich in die Kirche tragen, legte sich da auf ein härenes Bußkleid, und betete. Nach seinem gegen das Jahr 660 erfolgten Tod, wurde er in die Kirche der heiligen Blandina begraben. Später brachte man seine heiligen Überreste in die Kirche zum heiligen Petrus. Allerdings wurden im sechszehnten Jahrhundert seine heiligen Gebeine durch die Hugenotten zerstreut.