Der heilige Cäsarius von Nazianz, Arzt und Statthalter von Bithynien, + 25.2.369 – Fest: 25. Februar

 

Dieser Heilige war ein Bruder des heiligen Gregor von Nazianz: er verließ sein Vaterland, ging nach Alexandrien, und ergab sich da mit dem besten Erfolg allen Wissenschaften, die man auf dieser Hochschule lehrte. Indessen verlegte er sich doch besonders auf die Redekunst, die Philosophie und besonders auf die Arzneikunde. Bald bemerkte man an ihm, dass er besondere Anlagen zu ihr hat, und nicht lange, so übertraf er die berühmtesten Ärzte seiner Zeit. Bevor er in sein Vaterland von Alexandrien zurückkehrte, wollte er noch eine Reise nach Konstantinopel machen, um sich immer mehr in seinem Fach zu vervollkommnen. Hier bemühte man sich sehr, ihn in dieser Stadt zurückzuhalten, und machte ihm von Seiten des Kaisers Constantius die glänzendsten Versprechen. Er aber lehnte sie ab, weil er den Wunsch hegte, in sein Vaterland zurückzukehren. In der Folge kehrte er dennoch wieder nach Konstantinopel zurück, wo er sich einen hohen Ruf erwarb.

 

Der Kaiser Julian der Abtrünnige schätzte den Cäsarius ganz besonders, ernannte ihn zu seinem ersten Leibarzt, und nahm ihn stets von den öffentlichen Verordnungen gegen die Christen aus. Er hätte gern einen Mann von so seltenem Verdienst für sich gewonnen, und ihn dem Christentum entrissen, aber Cäsarius war in Dingen, die die Religion betrafen, unveränderlich. Starkmütig widerstand er allen Andrängen, und ließ sich durch Julians trügerische Schmeicheleien nicht verführen. Indessen fürchteten seine Eltern sehr um seinen Glauben, obgleich er bis dahin noch nicht im mindesten geschwächt worden war. Sie schilderten ihm daher lebhaft die Gefahr, in der er sich befinde, und bewogen ihn schließlich, sich von einem abgöttischen Hof zu entfernen.

 

Unter den Kaisern Jovian und Valens erschien Cäsarius von Neuem am Hof, und von beiden wurde er mit hoher Achtung beehrt. Der letztere ernannte ihn zum Oberverwalter der Kammergüter, später zum Statthalter über Bithynien. Allein nun kam eine Zeit, wo unser Heiliger nur für Gott leben sollte. Um die Bande, die ihn in der Welt zurückhielten, zu zerreißen, bediente sich die Vorsehung des Erdbebens, das im Jahr 368 zu Nicäa, in Bithynien, sich ereignete. Er wurde von der Gefahr, der er ausgesetzt war, so sehr erschreckt, dass er auf der Stelle sich entschloss, alle Gemeinschaft mit der Welt abzubrechen. Obgleich er bisher unwandelbar der christlichen Religion anhing, hatte er doch noch nicht die Taufe empfangen. Die ernsthaften Betrachtungen aber, die er, in der Gefahr, in der er sich befand, anstellte, die dringenden Ermahnungen des heiligen Gregor, seines Bruders, und sein schwächlicher Gesundheitszustand, bewogen ihn, sich zum Empfang der Gnade der Wiedergeburt vorzubereiten. Er hatte sich schon vorher öffentlich als Christ vor Julian dem Abtrünnigen erklärt, und damals schon den Namen eines standhaften Bekenners Jesu Christi verdient. Bald nach seiner Taufe starb er, nämlich zu Anfang des Jahres 369. Die Armen hatte er zu Erben seines Vermögens eingesetzt. Das römische Martyrologium erwähnt ihn an diesem Tag, allein die Griechen verehren ihn am 9. März, wie wir in den Menäen und beim Geschichtsschreiber Nicephorus sehen.