Der selige Cäsar von Bus, Priester und Stifter der Kongregation „Väter der christlichen Lehre“, + 15.4.1607 – Gedenktag: 15. April

 

Cäsar de Buz (von Bus) war, wie er oftmals selbst bekennt, in seiner Jugend den Unmäßigkeiten der Welt ganz ergeben. Sein besserer Sinn wäre in den Zerstreuungen und bei den verführerischen Beispielen seiner Umgebung wohl für immer untergegangen, wenn nicht Maria, die Mutter der Barmherzigkeit, zu der er von Jugend an einige Andacht bewahrt hatte, nicht ihr mitleidiges Auge auf ihn geworfen und zur rechten Zeit ihn noch zur Umkehr bewogen hätte. Sie bediente sich dazu jenes Augenblickes, als Cäsar in die Nähe des Klosters der heiligen Clara in Avignon gekommen war und ihr Bild, das über der Hauptpforte stand, betrachtete.

 

Auch jene, die das Bild vorstellte, senkte vom hohen Himmel, wo sie thront und für die armen Erdenkinder bittet, ihren Gnadenblick in das verfinsterte und erkaltete Herz des jungen Mannes. Er fühlte sich wunderbar bewegt und erleuchtet. Sein Undank Gott und der heiligen Mutter gegenüber, die Gefahr seiner vernachlässigten Seele zeigte sich klar seinem Geist und erfüllte ihn mit Schmerz und Furcht und zugleich mit Hoffnung und Vertrauen, durch jene, die die ganze Welt die „Zuflucht der Sünder“ nennt, Verzeihung und Kraft zu einem neuen Leben zu finden. Demütig sinkt er auf offener Straße vor dem Bild in die Knie und gelobt Gott und Maria Besserung seines Lebens. Getreu hielt er sein Gelöbnis. Er sagte sich los von seinen bisherigen Verbindungen, reinigte sein Gewissen von den Makeln der Sünde und nahm von Tag zu Tag in Übung der Tugenden zu. Er wurde noch Priester und bestrebte sich mit allem Eifer, den Glauben und die frommen Sitten, die durch entstandene Ketzereien sehr abgenommen hatten, unter seinen Mitbürgern wieder zu beleben und zu befördern. Besonders widmete er sich dem Unterricht der Kinder, die er auf den öffentlichen Gassen liebevoll um sich versammelte, in den notwendigen Glaubenswahrheiten unterwies und zu einem, dem katholischen Glauben entsprechendem Leben anleitete. Bals gesellten sich ihm, durch sein Beispiel angefeuert, noch andere junge Männer bei, und endlich konnte er die Versammlung von Weltpriestern gründen, die unter dem Namen „die Christenlehrer“ in Frankreich bekannt ist und so großen Seelennutzen stiftete.

 

Gott ließ es zu, dass er erblindete. Cäsar ertrug diese Schickung mit Geduld und freudigem Gemüt. Öfters sagte er, er wollte das Licht seiner Augen auch nicht um einen Heller erkaufen, und fuhr dabei in dem begonnenen Werk fort bis ans Ende seines Lebens. Seine leibliche Blindheit gewährte ihm mehr Zeit und Sammlung zum Gebet, wozu er sie auch eifrigst und erfolgreich für sich und andere benützte. Oft und öffentlich bekannte er, dass er nach Gott all sein Heil und Glück der Himmelskönigin Maria zuzuschreiben habe, und dass er nach der heiligen Taufe und der Gnade seiner Bekehrung zu einem besseren Leben für die höchste Wohltat dieses erachte, dass Gott von Jugend auf besonderes Vertrauen, Liebe und Zuneigung zur heiligen Jungfrau in sein Herz geprägt habe. Er hatte sich selbst einen Rosenkranz aus Holz verfertigt, den er in seiner Blindheit viele tausendmal abbetete, wobei er die heilige Jungfrau besonders um ihren Beistand für seine Sterbestunde anflehte. Wer könnte glauben, dass ihm dieser Beistand gefehlt hatte, als diese Stunde gekommen war, am 15. April des Jahres 1607, am heiligen Osterfest dieses Jahres? Von einem sanften Licht umflossen verschied der Schützling und Diener Mariens, um dort in Ewigkeit die Erbarmungen des Herrn und seiner gebenedeiten Mutter zu singen. Jener Rosenkranz kam nach seinem Ableben in die Hände eines seiner nächsten Verwandten, der in die Gesellschaft Jesu eingetreten war, und wurde wie ein Heiligtum bewahrt. Viele, die an den Augen litten, wurden durch die Berührung mit ihm von ihren Schmerzen befreit.

 

Cäsar von Bus wurde am 27.4.1975 von Papst Paul VI. seliggesprochen.