Der heilige Auxentius vom Berg Siopa (Oxia), Einsiedler-Abt in Bithynien, + 14.2.470 – Fest: 14. Februar

 

Auxentius stammte aus Persien und war in Syrien geboren. Sein Vater hieß Abdas. Er kam im Jahr 432 nach Konstantinopel, um dort am Hof des jüngeren Theodos, einen seiner Oheime zu besuchen. Obgleich dieser schon vor seiner Ankunft gestorben war, blieb er dennoch am Hof, wo er sich bald durch seine Geschicklichkeit und seine Tugenden allgemeine Hochachtung und Liebe erwarb.

 

Auxentius diente also zuerst unter der Leibwache des Kaisers Theodosius des Jüngeren, Dieser Stand, der der Tugend so manche Fallstricke legt, hinderte ihn nicht, Gott mit ganzer Treue zu dienen. Er war ein ebenso guter Christ, als tapferer Hauptmann. Alle Augenblicke, die ihm übrig blieben, widmete er den Übungen der Frömmigkeit. Oft besuchte er fromme Einsiedler, und brachte mit ihnen die Nächte in Wachen und Beten zu. Besonders vertrauten Umgang pflegte er mit einem frommen Ordensmann, Johannes genannt, der bei Konstantinopel als Klausner lebte, wie auch mit dem Priester Authimius, der ein Mann von ausgezeichneter Frömmigkeit war, und eine Kirche am Meer bediente. Die Furcht, den Versuchungen des eitlen Ruhmes zu unterliegen, wenn er in der Welt bliebe, bewog ihn, für allzeit dem Umgang der Menschen zu entsagen. Er zog sich daher auf einen Felsen des Berges Oria, dreieinhalb Stunden von Konstantinopel, zurück. Auf Befehl des Kaisers Marcian, wohnte er dem Konzil von Chalcedon bei, worauf er bei dieser Stadt auf dem Berg Siopa sich niederließ. Da wurde er von vielen frommen Personen besucht, die ihn um Rat fragten. Er starb im Jahr 470. Sozomenus erteilt dem heiligen Auxentius, der damals noch lebte, als er seine Geschichte verfasste, großes Lob. Der heilige Stephan der Jüngere weihte die Kirche seines Klosters ein unter Anrufung dieses Heiligen. Der Berg Siopa trägt heutzutage noch den Namen des heiligen Auxentius.

 

Aus anderer Quelle:

 

Der Abt Auxentius auf dem Berg Oxia in Bythinien, wurde wegen seiner großen Heiligkeit zur allgemeinen Kirchenversammlung nach Chalzedon berufen, und hat daselbst durch seine Lehre und Wunder die Gottheit Jesu Christi und die ewige Jungfräulichkeit der Mutter Gottes verteidigt. Er war von so großer und wunderbarer Geduld, dass er die Würmer, die aus einer faulenden Wunde an seinem Leib häufig hervorkrochen, jedes Mal wieder mit einer Sorgfalt sammelte und hineinlegte, wie wenn sie Edelsteine gewesen wären.