Der heilige Amor von Amorbach, Missionar im Odenwald, Klostergründer und Abt, + 17.8.777 – Fest: 17. August

 

Das Geburtsland des heiligen Amor ist unbekannt. Er war ein Gefährte des heiligen Pirmin und verbreitete den christlichen Glauben im Odenwald. Damals hatte sich Graf Ruthard entschlossen, auf dem später vom heiligen Gotthard sogenannten Gotthardsberg in heiliger Einsamkeit zu leben. Unten am Berg hatte er eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes erbaut, und nun wünschte er, dass daselbst ein Kloster gegründet werde. Auf den Rat des heiligen Pirmin zog Amor mit mehreren Brüdern in diese Gegend und gründete das später berühmte Kloster Amorbach. Dadurch wurde die Ausbreitung des Christentums in diesen Waldgegenden außerordentlich erleichtert.

 

Dieses Amorbach liegt in einem freundlichen Tal an dem Fluss Mudau, in der Diözese des heiligen Burkhard. Dieser Apostel des Frankenlandes unterstützte das Unternehmen Amors aus allen Kräften und arbeitete selbst unermüdlich an der Bekehrung der heidnischen Waldbewohner.

 

Der Abt Amor errichtete, wie es in allen damals gestifteten Klöstern üblich war, eine Klosterschule und betrieb den Unterricht der Jugend selbst mit ausgezeichneter Liebe und Geschicklichkeit. Auch war er voll Mitleiden gegenüber den Armen und Kranken. Gott hatte ihn mit der Wundergabe begnadet. Mit dieser Wundergabe wirkte er ausgezeichnete Heilungen und entfernte die Not und das Elend der Armen oft wunderbar. In der Nähe des Klosters war ein Brunnen, der den Mönchen das notwendige Wasser lieferte. Über dieses Wasser sprach der Heilige seinen Segen, und von dieser Zeit an geschahen viele wunderbare Heilungen durch seine Anwendung. Man nennt dieses Wasser noch den Amorbrunnen. Besondere Liebe und Verehrung hegte er zur Mutter Gottes. Täglich besuchte er die von Graf Ruthard zu ihrer Ehre erbaute Kapelle, um ihre Fürbitte zu erbitten.

 

Das Kloster stand schon bei Lebzeiten seines Stifters in großer Blüte. Später gingen mehrere Bischöfe aus ihm hervor. Die ersteren Äbte des Klosters wurden auf den Bischöflichen Stuhl zu Verden erhoben. Der heilige Amor starb im Jahr 777 und wurde in der Marienkapelle neben dem Amorbrunnen begraben. Gott verherrlichte sein Grab durch viele Wunder, die auf die Fürbitte des Heiligen dort gewirkt wurden.

 

Im 9. Jahrhundert wurde das Kloster Amorbach von den Ungarn geplündert und verbrannt. Einige Mönche retteten sich durch die Flucht, die übrigen wurden von den blutgierigen Feinden grausam ermordet. Damals wurden alle Urkunden zerstört, und aus diesem Grund weiß man von der Stiftung des Klosters und vom Leben des Stifters nur wenig. Durch die Säkularisation wurde das Kloster in eine fürstliche Residenz umgestaltet.